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US-Strafanstalt führt Tablet-Programm für Häftlinge ein

09.11.2016 | 09:36 Uhr |

Frustration, Gewaltbereitschaft und Langeweile gehören im Gefängnisleben zum Alltag. Um die Häftlinge nach dem Absitzen ihrer Haftstrafe auf eine bessere Zukunft vorzubereiten, hat eine Strafanstalt in den USA nun Tablets für Häftlinge besorgt. Diese sollen bei der Rehabilitation helfen.

In Lubbock, Texas, sollen die mehr als 1000 Insassen des Lubbock County Detention Centers Teil eines neuen Rehabilitierungsprogramms werden. Damit die Straffälligen während ihrer Haft nicht aus Langeweile auf dumme Gedanken kommen, hat sich der hiesige County Sheriff namens Kelly Rowe für ein Tablet-Programm eingesetzt.

Die meisten Häftlinge haben demnach keinen Schulabschluss und keinerlei Erfahrung im Umgang mit grundlegenden Alltagssituationen. Damit eine Eingliederung in die Gesellschaft nach der Haftstrafe erfolgreich verläuft und die Rückfallquote möglichst gering bleibt, sollen die Häftlinge mit bestimmte Lernprogrammen auf iPads arbeiten.

Nach weniger als zwei Monaten seien laut Rehabilitationsleiter, Tammy Smith, sogar bereits erste Veränderungen festzustellen: „Wenn man die Möglichkeit hat darüber nachzudenken, weshalb man überhaupt hier im Gefängnis ist und wie man sich verändern kann, können entsprechende Arbeitsmittel dabei helfen. Sie treffen selbst die Entscheidung, sich zu ändern. Und mit diesen Möglichkeiten, die wir haben, mit unseren Tablets, geben wir ihnen die Möglichkeit zu wachsen und sich zu ändern.“

Die Strafanstalt in Texas besitzt derzeit 40 Tablets mit je rund 400 pädagogischen Programmen aus diversen Themengebieten: Politikwissenschaften, Psychologie, aber auch Yoga und Aggressionsbewältigung. Die Häftlinge haben mit den Tablets jedoch keinerlei Zugriff auf soziale Netzwerke.

Ziel dieses Programm sei es, den Häftlingen etwas zu geben, auf das sie sich konzentrieren können und ihnen somit Hoffnung auf eine Zukunft geben. Seit dem dem Insassen mit den Tablets arbeiten können, sei laut kcbd die Agressions- und Gewaltbereitschaft in der Strafanstalt deutlich gesunken.

Dieses Rehabilitationsprogramm wird zudem nicht von Steuergeldern, sondern von einem Häftlingsfond finanziert.

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