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USA: Gesetz für kurze und verständliche AGB geplant

14.01.2022 | 11:10 Uhr | Thomas Hartmann

Es soll zumindest in den USA bald vorbei sein: seitenlange Nutzungsbedingungen, denen man irgendwann pauschal zustimmt, weil man sie in dieser Ausführlichkeit gar nicht lesen will oder verstehen kann.

Auch Apple ist nicht sehr viel besser als andere Tech-Konzerne oder manche Entwicklungsschmieden, die einen mit ellenlangen Texten überschütten, denen man zustimmen muss, bevor man das Programm oder eine Funktion nutzen darf. In der Regel scrollt man so schnell wie möglich nach unten und klickt oder tippt auf ”Zustimmen”, ”I agree” oder was immer dort steht. Selbst, wenn man eigentlich keine Ahnung hat, was dort wirklich ausgeführt wird und welchen Details man zugestimmt hat. Das soll sich jetzt einem Artikel von 9to5Mac zufolge zumindest in den USA ändern. Dort gibt es den sogenannten ”TLDR”-Gesetzesvorschlag, das Akronym   steht für "Terms-of-service Labeling, Design and Readability”. Also für Zustimmungstexte, die man leicht erfassen, lesen und durchschauen kann, bevor man zustimmt. Witzigerweise entspricht das Kürzel ”TLDR” auch der geplanten Sektion gleichen Namens, die dann aber bedeutet "too long, didn't read“. Hier soll in einfacher Sprache und kompakt erklärt werden, worum es tatsächlich geht, welche Daten zu welchen Zwecken von den Nutzenden erhoben werden und was immer der Anbieter mit seinem Programm beabsichtigt. Wir berichteten darüber bereits im Morgenmagazin .

Da es um alle Nutzenden geht, die davon potentiell betroffen sind, unterstützen auch beide Parteien im Kongress das Vorhaben.

Wie nötig eine solche Änderung ist, hat die Kongressabgeordnete Lori Trahan, welche die Version des Repräsentantenhauses unterstützt, in einer Pressemitteilung durch eine beeindruckende Statistik unterstrichen: Demnach zeigt eine Studie aus dem Jahr 2012 auf, dass die Durchschnittskunden in den USA 76 Tage bräuchten, um die Nutzungsbedingungen aller Geräte und Services, die sie im Einsatz haben, zu lesen. Diese Zeit kann man in der Tat für wichtigere Dinge nutzen – und hoffen, dass entsprechende Regelungen und Gesetze auch bald im europäischen Raum kommen.

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