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USA vs. China: Apple droht Kollateralschaden

20.05.2019 | 12:32 Uhr | Peter Müller

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA nimmt an Schärfe zu, auch Apple wird massiv darunter zu leiden haben.

Man kann natürlich scherzen und allen Besitzern eines Huawei-Smartphones raten, zum iPhone zu greifen, da ja nun Google die Android-Unterstützung beendet hat . Doch ist die Lage viel zu ernst für Scherze, der Schlag der US-Regierung gegen Huawei und Googles Reaktion darauf wird nicht ohne Reaktion der chinesischen Seite bleiben. Das wird auch Folgen für Apple haben, das gewissermaßen zwischen den Fronten steht und auch in den Kugelhagel gerät, den das Weiße Haus auf China abfeuert.

Dabei hat Apple gleich zwei Probleme: Die auf China-Importe erhöhten Strafzölle dürften schon bald das iPhone treffen und Apple bleibt nur die Wahl, den Preis in den USA noch weiter zu erhöhen oder auf Marge zu verzichten. Das klingt beinahe wie die Optionen, die Odysseus zwischen Skylla und Charybdis hatte. Und in China, das Apple längst nicht mehr nur als Werkbank nutzt, wo man auf die Schnelle viele fleißige Hände für geringen Lohn akquirieren kann, sondern auch als wichtigsten Absatzmarkt nach dem in der USA, droht nun Ungemach von staatlichen Stellen.

Noch ist offen, welche Ideen das chinesische Regime haben wird, um an Apple und anderen amerikanischen Firmen Rache zu üben. Doch hat sich die Stimmung bereits gedreht, Apple, das auch unter Chinas Reichen als coole und begehrenswerte Marke gegolten hat, verkauft nun keine Statussymbole mehr, sondern Produkte aus Feindesland. Man habe doch im Lande auch Hersteller, die elegante und hochwertige Smartphones herstellen, da brauche man doch keine von Apple mehr, heißt es in der öffentlichen und veröffentlichten Meinung immer häufiger, Boykottaufrufe machen die Runde .

Gewiss, für einen Konflikt benötigt man zwei Parteien und Chinas Griff nach der wirtschaftlichen Weltmacht darf und soll den Rest der Welt besorgen. Nur lässt sich dieser Streit um Handelsdefizite und ökonomische Macht nur mit Mitteln der Diplomatie lösen, die mal schmeichelnd sein muss, die aber auch drohen darf. Für komplexe Lösungsansätze scheint der Twitterer von Washington D.C. (oder doch eher meist Mar-a-Lago...) nicht befähigt und der Diktator von Peking wähnt sich offenbar zu stark, als dass ihm an Deeskalation gelegen sein könnte.

Die nächsten Jahre werden für die Weltwirtschaft mehr als nur schwierig, auch Apple wird massiv leiden. Was wir aus Erfahrung aber sagen können: Die Produkte aus Cupertino halten verdammt lang , vielleicht ist es doch eine gute Idee, jetzt ein iPhone zu kaufen und darauf zu vertrauen, dass einen dieses Gerät über die Krisenjahre tragen wird.

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