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Ulysses 15: Neue Funktionen für Übersetzer

11.03.2019 | 10:11 Uhr | Stephan Wiesend

Die neue Ausgabe des Autorenprogramms bietet einen praktischen Split-View-Modus und eine bessere Schlagwortverwaltung.

Was für ein Programm ist Ulysses eigentlich? Es ist weder Textverarbeitung noch Editor, für Vielschreiber wie Journalisten, Blogger und Buchautoren bietet es aber interessante Spezialfunktionen. Im Unterschied zu Word oder Pages steht bei dem Textprogramm die Verwaltung vieler Einzeltexte im Vordergrund, optisch erinnert das Programm deshalb eher an ein Mail-Programm oder eine Projektverwaltung. Verfügbar ist die App als Mac und iOS-Version, dank iCloud-Synchronisation eignet es sich nebenbei gut, um abwechselnd auf Macbook, iPad und iPhone zu arbeiten. Bekannt wurde die App wohl nicht zuletzt durch ihren erstklassigen Vollbildmodus, der auf Wunsch sogar einen Schreibmaschinenmodus bietet – die aktive Textzeile ist dann im Dokument immer in der Mitte des Fenster fixiert und der Autor kann sich voll auf diese Textzeile konzentrieren. Die Entwickler sind in in den letzten Jahren ihrem Konzept erfreulich treu geblieben: Als Nutzer hat man auch in der neuen Version 15 einen reinen Fließtext vor sich, keine Stilvorlagen, Layout-Elemente oder Grafiken lenken von der Texterstellung ab. Seine Produktivität als Texter kann man bei Bedarf mit Funktionen wie Textstatistiken und Zielvorgaben steigen. Eine Textstatistik zeigt dem Autoren dazu nicht nur, wie viel Text er an einem Arbeitstag produziert hat, sondern auch wie schnell. Man kann sogar für ein Dokument ein Ziel wie „12 000 Zeichen“ vorgeben, inklusive Stichtag. Ein kleiner Kreis zeigt einem dann, wie weit man schon gekommen ist.

Auch die Vorschau kann jetzt in "Dunkelmodus" gestellt werden.
Vergrößern Auch die Vorschau kann jetzt in "Dunkelmodus" gestellt werden.

Angesprochen werden Autoren, die ihre Texte eh als reine Textdatei abgeben, die in ein Redaktionssystem, ein Indesign-Dokument oder ein anderes System „eingepflegt“ wird. Für diese Aufgabe ist es sogar von Vorteil, dass die Software auf dem reinen Textformat basiert, sorgen Word-Formatierungen doch allzu oft für Probleme bei der Weiterverarbeitung. Stärke des Tools ist dagegen die gute Unterstützung von Markup-Sprachen, speziellen Textformatierungen für Blogger und nicht zuletzt Wordpress.

In den letzten Jahren hat der deutsche Hersteller die App kontinuierlich weiterentwickelt, in der aktuellen Mac-Version bietet sie etwa erstmals eine Splitscreen-Ansicht – man so kann zwei Dokumente bequemer abgleichen.

Splitscreen

Wichtigste Neuerung ist eine komplett neue Split-View-Funktion, die sich nicht zuletzt an Übersetzer richtet. Mit ihr kann man zwei Texte nebeneinander anzeigen. Um die Ansicht zu verwenden, klickt man mit der rechten Maustaste auf einen Text und wählt die neue Option „In zweiten Editor öffnen“. Im Unterschied zu den Alternativen Tab und neues Fenster hat man dann zwei Texte fest nebeneinander und kann so besser ihre Inhalte abgleichen. Oben links sieht man dann ein kleines Kreissymbol, über das man diese Splitview-Ansicht verwalten kann. Was uns gefiel: sie ist auch mit dem Vollbildmodus kompatibel.

Mit der neuen Splitscreen-Ansicht kann man zwei Dokumente besser abgleichen.
Vergrößern Mit der neuen Splitscreen-Ansicht kann man zwei Dokumente besser abgleichen.

Am Mac kann man den Editor sowohl horizontal als auch vertikal teilen, per Tastenkomination außerdem zwischen den beiden Editoren wechseln und (mit gedrückter Wahl-Taste) synchron scrollen.

Schlagwörter

Neu ist eine verbesserte Schlagwortverwaltung und -filterung, die bei der Organisation der Texte hilft. In der neuen Version kann man etwa alle Texte mit einer bestimmten Tag-Farbe aufrufen und auch gleichzeitig nach mehreren Schlagwörtern suchen. Erstmals gibt es eine Verwaltungsmöglichkeit für die Schlagwörter, man kann die Schlagwörter in einem separaten Fenster aufrufen und ändern, löschen und Schlagwörter verschmelzen.

Dunkelmodus

Eine beliebte Ansichtsart ist der Dunkle Modus, bei dem man beispielsweise weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund anzeigt. Neu ist jetzt, dass man auch in der Exportvorschau einen dunklen Lesemodus nutzen kann. Will man sein fertiges Werk in der PDF, eBook oder Blog-Ansicht sehen, wird man also nicht mehr plötzlich von der hellen Ansicht geblendet, so der Entwickler Marcus Fehn.

Auch die iOS-Version ist erstklassig.
Vergrößern Auch die iOS-Version ist erstklassig.

Bilder-Unterstützung

Prinzipbedingt kann man Bilddateien nicht so variabel einsetzen wie bei Word und Pages: Soll ein Online-Artikel aber eine Bilddatei enthalten, kann man Grafiken oder Fotos problemlos einfügen – am Mac auch per Drag-and-drop oder über die Zwischenablage. Neu: Man kann nach einem Doppelklick auf ein Bild in einem Menü die gewünschte Größe angeben. Will man ein Bild per Web-URL einbinden, kann man das Bild jetzt außerdem in der Vorschauansicht darstellen. Beim Export als PDF, Docx oder ePub werden die Bilddateien übrigens automatisch in die Datei eingebunden. Apples HEIC-Datein wandelt Ulysses dabei automatisch in JPEGs um.

Die Größe einer Bilddatei kann man vorgeben.
Vergrößern Die Größe einer Bilddatei kann man vorgeben.

Verfügbar ist die App nur als Abo , 5 Euro im Monat oder 40 Euro im Jahr (etwas günstiger) werden für die App fällig. Enthalten sind die iOS- und Mac-Versionen, Studenten erhalten einen Rabatt. Tipp: Ulysses ist auch im Rahmen des App-Abos Setapp verfügbar: Für 11 Dollar pro Monat erhält man neben Ulysses dann noch 139 weitere Apps.

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