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Umfrage: Japaner leihen Autos zum Mittagsschlaf

08.07.2019 | 13:44 Uhr | Denise Bergert

In Japan werden Car-Sharing-Dienste immer beliebter. Die Autos werden dort jedoch nicht zum Fahren benutzt.

Der Car-Sharing-Dienst Orix erfreut sich in Japan wachsender Beliebtheit. Viele Japaner leihen sich ein Auto des Dienstleisters für wenige Stunden aus. 30 Minuten kosten im Durchschnitt nur umgerechnet 3,28 Euro. Was das Unternehmen jedoch stutzig machte, war die Tatsache, dass viele Autos nach der Leihphase gar keine Kilometer zurückgelegt hatten. Times24 Co. – ebenfalls ein japanischer Car-Sharing-Anbieter – stieß bei seinen Leihwagen auf das selbe Phänomen. Als Reaktion führten beide Unternehmen Kundenbefragungen durch, um herauszufinden, warum die Autos zwar ausgeliehen, aber nicht gefahren werden.

Die Ergebnisse zeigten sowohl bei Orix als auch bei Times24, dass Japaner beim Car-Sharing vor allem für ein Stück Privatsphäre zahlen. So gab ein Umfrage-Teilnehmer an, dass er in den Leihwagen gern ein Nickerchen halte, ein anderer Teilnehmer nutzt das Car-Sharing-Fahrzeug als Arbeitsplatz. Wieder andere deponieren im Wagen ihr Gepäck, wenn die Schließfächer an Bahnhöfen schon voll sind. Ein weiterer Umfrage-Teilnehmer gab hingegen an, dass er sich den Wagen geliehen habe, um dort sein Mittagessen zu verspeisen – er habe schlichtweg keinen anderen ruhigen Ort gefunden. In den Nachwehen des großen Erdbebens 2011 nutzten viele Japaner die Leihautos außerdem, um ihr Smartphone aufzuladen.

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