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Umfrage zur Covid-19-App: Junge Nutzer skeptisch

05.05.2020 | 15:06 Uhr | Halyna Kubiv

Wir haben vor ein paar Tagen unsere Leser gefragt, ob sie die kommende Covid-19-App installieren und nutzen werden.

Vor knapp einer Woche, am 30. April haben wir eine Umfrage gestartet, die herausfinden sollte, wie hoch zumindest bei den Macwelt-Lesern die Akzeptanz der kommenden Covid-19-App, wie sie das Gesundheitsministerium plant, sein wird. Die Umfrage ist von knapp 14:00 am 30. April bis 20:30 am 4. Mai gelaufen, insgesamt 2534 Stimmen gingen in dem Zeitraum ein. Zwei davon haben wir in der Auswertung nicht berĂŒcksichtigt, der eine Eintrag war wohl fehlerhaft ĂŒbertragen, da ohne Alters- und Geschlechtsangaben, der zweite Eintrag war offensichtlich ein Doppler. Selbst die hohe Zahl der Abstimmungen ist fĂŒr solche Umfragen bei der Macwelt eher ungewöhnlich: Bei der Umfrage zu den möglichen Akku-Problemen 2016 hatten wir knapp 750 Stimmen gesammelt, bei der Umfrage zu der Macbook-Tastatur Anfang April 2019 ebenfalls knapp 750 Antworten.

Covid-19-App – ja, nein, ich weiß es nicht
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Auch die Altersstruktur der Respondenten ist fĂŒr die Macwelt-Leserschaft ungewöhnlich: Die meisten Befragten (68,3 Prozent) waren 51 Jahre alt und Ă€lter, aus der Altersgruppe unter 30 Jahre kamen lediglich 11,1 Prozent der Stimmen, zwischen 31 und 50 Jahre – rund 20,6 Prozent. Dabei waren knapp 90 Prozent aller Befragten mĂ€nnlich, der Rest fiel auf die Kategorien "Weiblich" und "Diverses". Dies unterscheidet sich sowohl bei der Alters- als auch bei der Geschlechtsverteilung von der ĂŒblichen Macwelt-Zielgruppe: Laut Google Analytics waren im April knapp 31 Prozent aller Leser weiblich, knapp 69 Prozent mĂ€nnlich. Rund ein Drittel der ĂŒblichen Macwelt-Leser (32,69 Prozent) ist zwischen 25 und 34 Jahre alt. Die Leser Ă€lter als 45 Jahre betragen auf der Webseite unter 30 Prozent (29,84 Prozent). Im Allgemeinen muss man anmerken, dass sich die Ergebnisse wegen einer verschobener Alters- und Geschlechtsstruktur nicht ohne Weiteres extrapolieren lassen. Zudem war dies keine Stichprobe von zufĂ€llig ausgewĂ€hlten Respondenten, sondern die Nutzer haben von selbst entschieden, an der Umfrage teilzunehmen.

Wie hoch ist die Akzeptanz der Covid-19-App?

Auf die Frage, ob man die App installiert, haben insgesamt 1133 Befragten, also rund 45 Prozent mit "Ja" geantwortet, mit "Nein" 1020, also rund 40 Prozent, 381 der Befragten (knapp 15 Prozent)  wissen es noch nicht (sieh Aufmachergrafik oben). Wir haben ebenfalls die GrĂŒnde fĂŒr die jeweilige Entscheidung abgefragt. Von den 1133 App-BefĂŒrworter wollen sich an der VirusbekĂ€mpfung mehr als die HĂ€lfte (616, also 54 Prozent) beteiligen, knapp 35 Prozent (433 Befragten) haben die Option "Weil es kaum sinnvolle Alternativen gibt" angegeben.  Bei den Sonstigen-Angaben gab es sehr viele Angaben nach der Art "Alle drei Punkte sind wichtig", aber auch Argumente wie "Selbstschutz", "Ich bin viel unterwegs", "In SĂŒdkorea sehr effektiv" waren eingetragen.

Covid-19-App: Die Gründe dafür
VergrĂ¶ĂŸern Covid-19-App: Die GrĂŒnde dafĂŒr

Bei den Befragten, die der App skeptisch gegenĂŒberstehen, haben die meisten (693, knapp 69 Prozent) als Grund der Abneigung die Sorge um eigene PrivatsphĂ€re eingegeben. Ein bisschen weniger, 17 Prozent, wissen wohl nicht um den Sinn und Zweck einer solchen App. Die BefĂŒrchtung, dass besonders Ă€ltere Zielgruppe gar keine passende Handys dafĂŒr hat, scheint unbegrĂŒndet zu sein, nur 33 Leser (drei Prozent der Nein-Sager) haben dies als Grund eingegeben.

Haben kein passendes Handy
VergrĂ¶ĂŸern Haben kein passendes Handy

Im Diagramm sind die absoluten und prozentualen Zahlen der Nutzer dargestellt, die fĂŒr die App anscheinend kein passendes Handy haben, die höchste Anzahl (10) findet sich in der Altersgruppe Ă€lter als 71 Jahre, aber selbst dort ist der Anteil gering – nur 2,7 Prozent aller Befragten aus dieser Gruppe haben angegeben, kein passendes Handy zu haben.

Richtig ĂŒberraschend fanden wir die Verteilung der Akzeptanz einer kĂŒnftigen Covid-19-App in der einzelnen Altersgruppen: Sowohl absolut als auch prozentual innerhalb eigener Altersgruppe war die Akzeptanz höher, je höher der Alter der Befragten war. So hatten 376 von 692 aller 60-bis 70-JĂ€hrigen sich fĂŒr die App ausgesprochen. Bei der zweitgrĂ¶ĂŸten Gruppe der 50- bis 60-JĂ€hrigen lag die Verteilung dafĂŒr und dagegen fast gleichauf: 283 davon waren fĂŒr die Installation der App, 281 – dagegen.

Absolute Verteilung der Stimmen innerhalb der einzelnen Altersgruppen.
VergrĂ¶ĂŸern Absolute Verteilung der Stimmen innerhalb der einzelnen Altersgruppen.
Prozentuale Verteilung der Stimmen dafür und dagegen innerhalb einzelnen Altersgruppen. Je älter der Nutzer, desto höher die Akzeptanz.
VergrĂ¶ĂŸern Prozentuale Verteilung der Stimmen dafĂŒr und dagegen innerhalb einzelnen Altersgruppen. Je Ă€lter der Nutzer, desto höher die Akzeptanz.

Wie auch bei den BefĂŒrwortern haben wir bei den GrĂŒnden dagegen ein Freifeld fĂŒr eigene Antwort angeboten. Hier haben deutlich mehr (ĂŒber ein Hundert der Befragten) diese Möglichkeit genutzt und eigene GrĂŒnde angegeben. Neben einigen wenigen nachvollziehbaren GrĂŒnden wie "Unsicherheit ob bei positiv Key auch wirklich Erkrankung vorliegt (Trolle)" oder "Ich arbeite im KKH. Somit wird es sich nicht vermeiden lassen einem Patienten etwas nĂ€her zu kommen. Sollen dann alle informiert werden. Obwohl ich geschĂŒtzt war. Das könnte zu unnötiger Panik fĂŒhren." oder "Es mĂŒssten sehr viele mitmachen damit es funktioniert, das ist aber unwahrscheinlich" ist das Gros dieser Kommentare nicht besonders aufschlussreich.

Fazit

Wie schon einer der Leser in der Umfrage richtig bemerkt hat, damit die Covid-19-App zur Nachverfolgung der möglichen Infektionskontakte zuverlĂ€ssig funktioniert, mĂŒssen sehr viele Nutzer in einem Land diese App akzeptieren und tatsĂ€chlich nutzen. Momentan kann man feststellen, dass sogar unter technisch versierten Macwelt-Lesern viel Unsicherheit herrscht, vor allem, was den Datenschutz anbelangt. Obwohl das Apple-Google-Konzept schon beim Entwurf den Schutz der PrivatsphĂ€re im Auge hat, muss man wohl fĂŒr die App, sobald die dann fertig ist, regelrecht werben und die Nutzer informieren, dass die Installation und Anwendung freiwillig sind und keine Kontakte oder persönliche Daten gesammelt werden. Wie aber in jeder Krise ist auch eine gewisse Zahl verwirrter BĂŒrger vorhanden. Ob diese sich dann durch eine wie auch immer gestaltete Informationskampagne umstimmen lassen, bleibt fraglich. ✉ Feedback an Macwelt

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