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Umsätze für Smartphone-Apps steigen: iOS-Plattform profitabler als Android

11.07.2019 | 15:42 Uhr | Stephan Wiesend

Laut App Annie stiegen auch im zweiten Quartal 2019 die Umsätze mit Apps - China stagnierte allerdings zuletzt.

Das Smartphone wird im Alltag immer wichtiger, laut den Marktforschern von App Annie steigen auch die Umsätze mit Mobil-Apps kontinuierlich. Weltweit installierten Smartphone-Besitzer im zweiten Quartal 2019 über 30,3 Milliarden neue Apps, Updates nicht mitgerechnet. Gegenüber dem Vorjahr stiegen auch die Umsätze um 20 Prozent auf 22,6 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Google Play-Download stieg dabei um zehn Prozent, Android-Download übertrafen somit die iOS-Download um 185 Prozent.

Es gibt dabei große regionale Unterschiede: Bei Google Play sorgen vor allem die Länder Indien, Brasilien und Indonesien für hohes Wachstum, für iOS sind weiterhin vor allem China, USA und Japan von größter Bedeutung. Bei der Höhe der Umsätze liegt iOS weiterhin weit vorn, mit App-Umsätzen von fast 15 Milliarden US-Dollar liegt Apples Plattform über 80 Prozent vor Android.

Besonders erfolgreich waren in dem Quartal drei Social-Media-Apps: Snapchat sorgte mit neuen AR-Filter und einer verbesserten Android-Version für hohe Nachfrage, Youtube schaffte es mit seiner neuen Bezahl-Funktion in die Top 5-Liste der Bezahl-Apps.

Sowohl durch eine hohe Zahl der Downloads als auch hoher Nutzerzahl fiel außerdem die App "TikTok" auf, eine App für die Erstellung und Verbreitung von Kurz-Videos.

Noch ausführlicher analysierte App Annie kürzlich den Gaming-Markt:

Besitzer eines Smartphones nutzen ihre Geräte eigentlich nur begrenzte Zeit für Games wie "Fortnite" oder auch "Mario Go". Wie die Marktforscher von App Annie in ihrer aktuellen Studie feststellen, verbringen die Nutzer gerade einmal zehn Prozent ihrer Nutzungszeit mit Spielen. Soziale Medien und Kommunikation verschlingen dagegen etwa 50 Prozent der Smartphone-Zeit, für das Abspielen und Bearbeiten von Videos gehen weitere 15 Prozent drauf. Trotzdem entfallen auf diese zehn Prozent der Nutzungszeit 74 Prozent aller Umsätze, so die Marktforscher.

Es sind außerdem bei weiten nicht nur Kinder und Jugendliche, die am iPhone oder Huwei-Smartphone daddeln. Die meisten der Nutzer sind über 25 Jahre alt, in fast allen Ländern sind 75 Prozent der Nutzer über 25. Nur China ist eine Ausnahme, hier halten sich junge und ältere Spieler die Waage. Grund für diese Beliebtheit bei älteren Anwendern ist nach Vermutung der Marktforscher die einfachere Nutzung von Mobilspielen. Viele Spiele sind kostenlos und man benötigt keine zusätzliche Hardware. Das herkömmliche Gaming am hochgerüsteten PC oder Playstation hat man dabei bereits überholt: Zählt man die Umsätze von Konsolen und Desktop-Games zusammen, liegen die Umsätze mit iOS- und Android-Games aktuell bereits um 20 Prozent höher. Gute Nachrichten für die Hersteller von Spielen, die Titel werden profitabler: Hatten es 2016 erst 1200 Spiele geschafft, einen Umsatz von mehr als 5 Millionen Dollar zu erzielen, waren es 2018 bereits 1900. Der größte Anteil der Umsätze fließt aber in die USA, China und Japan, zu den Firmen Tencent, NetEase, Activision, Bandai und Netmarble.

Auch Werbung spielt in der Finanzierung eine immer größere Rolle, ebenso ist die Zahl der pro Spiel genutzten Ad Networks gestiegen.

Vergleicht man Google Play und iOS App Store zeigt sich 2018 ein aus früheren Jahren vertrautes Bild: Es gibt zwar deutlich mehr Downloads und Nutzer im Android-Store, noch immer macht man aber mit Apple-Kunden höhere Umsätze. 2018 stand der iOS App Store für 64 Prozent aller Umsätze, Google Play nur für 36 Prozent.

China steht für die höchsten Umsätze, trotz einen Einbruch Ende 2018.
Vergrößern China steht für die höchsten Umsätze, trotz einen Einbruch Ende 2018.

Die Art der Spiele ist dabei im Wandel, so stieg etwa 2018 der Umsatz mit Racing Games besonders stark. 2018 war aber vor allem das Jahr der Multiplayer-Cross-Plattform Spiele,  PUBG und Fortnite waren auch auf dem Smartphone äußerst erfolgreich. Einen sehr hohen Wachstum erzielten ebenso so genannte Hyper Casual Games, einfach spielbare Spiele, die meist per Werbung finanziert werden. Besonders viele Downloads erzielte dabei etwa "Helix Jump".

Einen auffälligen Rückschlag gab es im wichtigen Mark China. Die Umsätze steigerten sich zwar von 2017 auf 2018, hier sorgten unter anderem Probleme mit der Lizenzierung von Spielen ab Ende 2018 für einen deutlichen Umsatzrückgang – ein auffallender Kontrast zu den weltweiten Umsatzsteigerungen. Die Umsatzrückgänge haben laut Bericht dafür gesorgt, dass chinesische Publisher aggressiv auf die Märkte in den USA und Japan drängen.

Betrachtet man nur die Anzahl der Downloads, hat sich Indien übrigen seit den letzten Jahren zum zweitgrößten Markt nach China entwickelt, auch andere Ländern in Südostasien wachsen stark. Die Umsätze in Indien sind allerdings niedrig und liegen weit unter denen von Ländern wie Frankreich oder Deutschland. Langfristig bedenklich für Apple, hier ist das iPhone wenig erfolgreich.

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