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Universal-Deal: Neue Filme früher bei iTunes & Co.

29.07.2020 | 11:14 Uhr | Halyna Kubiv

In diesen Tagen hat Universal eine historische Abmachung mit der Kinokette AMC erreicht: Neue Filme erscheinen digital schneller als zuvor.

Universal Pictures, ein großes Hollywood-Studio und die Kinokette AMC in den USA haben sich auf neue Bedingungen zur Vermarktung der neu erschienen Filme geeinigt. Statt nach 75 Tagen werden die Kino-Premieren nach nur 17 Tagen auf Video-on-Demand-Plattformen wie iTunes oder Amazon Prime erscheinen, das berichtet " The Wall Street Journal ". Das sogenannte "Theatrical Window", also exklusive Vorführungen in den Kinos, verkürzt sich von zweieinhalb Monaten auf zweieinhalb Wochen, wobei auf diese siebzehn Tage drei Wochenenden fallen müssen.

Den neuen Vertrag unterschreiben Unriversal und AMC nach einer monatelangen Auseinandersetzung wegen der Exklusivität der neuen Filme in den Kinos. Nach den Schließungen im März als Folge der Corona-Pandemie hat Universal eine seiner Premieren "Trolls World Tour" gleich auf iTunes und weiteren Plattformen veröffentlicht und rund 100 Mio. US-Dollar mit dem Film rein digital umgesetzt . Die Kinokette AMC hat daraufhin gedroht, in seinen Kinos keine Filme von Universal Pictures mehr vorzuführen. Der neue Deal ist ein Kompromiss und spiegelt wohl die aktuellen Umstände wider: In den USA bleiben die meisten Kinos nach wie vor geschlossen, die Betreiber bereiten sich auf eine Wiedereröffnung Mitte oder Ende August vor .

Die eine Seite in diesem Streit – die Filmstudios – haben schon lange versucht, die Exklusivitätsdauer für die Kinos zu verkürzen. Die meisten Filme spielen den Großteil ihrer Umsätze an den ersten Wochenenden ein, dazu müssen die Macher praktisch in zwei Marketing-Kampagnen für einen Film investieren: Eine zum Kino-Start, eine weitere zur Veröffentlichung auf den digitalen Plattformen. Die Kinoketten fürchteten dagegen, schnellere Verfügbarkeit online würde die potentiellen Besucher vor dem Gang ins Kino abhalten. Das letzte Argument war wohl von der aktuellen Pandemie entkräftet, sodass sich Universal und AMC auf deutlich kürzere Exklusivvorführungen geeinigt haben. Einige Filmemacher gingen im Sommer sogar einen Schritt weiter: "Greyhound" von Tom Hanks wurde gleich auf Apple TV+ veröffentlicht. Vor einigen Jahren gab es sogar Gerüchte , dass Apple sich in die Diskussion zwischen den Studios und Kinobetreibern eingemischt hat und die Studios überzeugen wollte, neue Filme früher bei iTunes einzustellen. Daraus wurde es eine Zeitlang nichts, zwei Jahre später hat Apple seinen eigenen Streaming-Dienst gestartet.

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