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Ärger bei Big Sur: Probleme bei Backups und Updates

14.02.2021 | 10:25 Uhr | Stephan Wiesend

Big Sur bringt viele neue Einschränkungen, vor allem aber Besitzer eines M1-Macs müssen mit Einschränkungen bei Backups und Updates leben.

Mac-Anwender stehen manchmal vor dem Problem, dass sie ein Systemupdate unbedingt rückgängig machen müssen. Bei macOS 11.2 auf M1-Macs waren laut Berichten beispielsweise Nutzer von SoftRAID betroffen. Das verbreitete System für die Verwaltung von Speichergeräten ist zwar auf Intel-Macs weiter nutzbar, auf M1-Macs aber nicht mehr. Das führte aber zu einigen Problemen, die in dem neuen Update-System von Big Sur begründet sind.

Ausweg Configurator

Eine Ausnahme ist das Mac-Tool Apple Configurator, das ebenfalls ein iOS-Gerät und einen Mac per USB aktualisieren kann – auch auf 11.1, als so genannte IPSW-Datei (Beschreibung hier ). Auch hier benötigt man aber einen zweiten Mac, dann kann man macOS 11.1 wiederherstellen. Leider muss man dazu den kompletten M1-Mac löschen.

Wiederherstellung per Time Machine möglich

Eigentlich gibt es ja eine einfache Lösung per Time Machine. Bei einem M1-Mac kann man ein Backup vor dem problematischen Systemupdate 11.2. auswählen und die Vorversion 11.1. wiederherstellen.

Für Nutzer von SoftRAID wurde dies allerdings ein Problem, falls sie ihr RAID-Volume als Time-Machine-Backup nutzten. Dieses war schließlich nach dem Update auf M1-Macs nicht mehr nutzbar und folglich kein Downgrade möglich. Nur über einen zweiten Mac ist dieses Problem dann lösbar.

Bootfähige Backups funktionieren nicht mehr

Es kam schon öfter vor, dass nach einem Systemupdate externe Laufwerke oder auch Software nicht mehr funktionierten – etwa weil eine Systemerweiterung des Herstellers nicht mehr läuft. Für diese Situation erstellen viele Profi-Anwender von Systemupdates ein bootfähiges Backup, um sofort weiter arbeiten zu können – etwa mit Carbon Copy Cloner oder Super Duper. Bei einem M1-Mac ist dies aber nicht mehr möglich, das Booten von einem Volume mit 11.1 ist nach einem Update auf 11.2 nämlich nicht mehr möglich.

Man kann zwar weiterhin die Daten eines Apple-Silicon-Macs sichern, nicht jedoch das System, das von Apple nun kryptografisch versiegelt ist . Das hat bei Hersteller von Backup-Software schon einiges Kopfzerbrechen verursacht: Wie jetzt der Hersteller von Super Duper in einem ausführlichen Artikel beschrieb, ist dies vielleicht auch in Zukunft nicht mehr möglich. So muss man aktuell als Super-Duper-Nutzer eine ältere Version der Software verwenden , da diese besser mit Big Sur kompatibel ist. Auch Carbon Copy Cloner ist aktuell keine Lösung für M1-Macs bekannt , nur für Intel-Macs stehen weiter bootfähige Backups zur Verfügung.

Man muss aktuell bei der Wiederherstellung eines M1-Macs deshalb einen anderen Weg gehen: Man kann den Mac über ein Rettungssystem booten und nach der Installation eines neuen Systems die Daten des Backups übertragen – wie bei Time Machine. Auch hier ist aber das Problem bei inkompatiblen Systemupdates, dass man aktuell nur 11.2 als System herunterladen und installieren kann.

Keine Installationsdateien älterer Systeme

Wie "The Eclectic Light" anmerkt , gibt es aber noch ein anderes Problem: Bisher war es kein Problem, auf Apple Webseite einen Installer für ein älteres System zu finden. Apple veröffentlichte ein Update für ein bestehendes System, das man per Update-Funktion oder die Webseite herunterladen konnte. Außerdem gab es ein Combo-Update, das die letzten Systemupdates aufspielte und kleine Sicherheitsupdates für schnelle Aktualisierungen. Aktuell sind aber nur noch Updates über die Softwareaktualisierung verfügbar, kein 11.1. Das gilt auch für die alternative Update-Funktion "softwareupdate" des Terminals.

Annäherung an iOS?

Vielen ist bereits die Ähnlichkeit mit dem Update-System von iOS aufgefallen, auch hier erfolgt ein Update über das Update-System. Offensichtlich nähern sich die Konzepte aneinander an, auch als Sicherheitsgründen.

Eine Ursache für diese Neuerungen ist schließlich, dass ab Big Sur das System eines Macs als Sealed System Volume kryptographisch geschützt ist. Laut Apple hat dies aber neben den Sicherheitsvorteilen weitere Pluspunkte: So ist dadurch eine Aktualisierung des Systems im Hintergrund möglich, während man noch arbeitet.

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