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Verzweifelt? So will Whatsapp seine Nutzer behalten

01.02.2021 | 12:28 Uhr |

Es scheint fast wie eine Verzweiflungstat: Nachdem Millionen User auf Whatsapp-Alternativen gewechselt haben, setzt Whatsapp nun auf eine ganz neue Taktik, um zu verhindern, dass Nutzer zur Konkurrenz wechseln.

Seit Facebook 2014 den Nachrichten-Dienst WhatsApp aufgekauft hat , leidet darunter das Image des Messengers. Schon vor rund sieben Jahren haben aus diesem Grund manche Nutzer Whatsapp verlassen und auf einen alternativen Messenger gewechselt – aus Angst, ihre persönlichen Daten wĂŒrden an Facebook oder andere Unternehmen weitergeleitet oder verkauft werden.

Diese Sorge ist bei den Nutzern auch sieben Jahre spĂ€ter aktueller denn je. Anfang 2021 sorgte WhatsApp mit einer neuen DatenschutzerklĂ€rung fĂŒr einen Skandal: Wer Whatsapp weiterhin nutzen möchte, wird dazu gezwungen, den neuen Richtlinien zuzustimmen. Daraufhin konnte der Messenger-Dienst Telegram nach eigenen Angaben innerhalb von 72 Stunden mehr als 25 Millionen Neuregistrierungen verzeichnen. Dabei handelte es sich bei all dem anscheinend nur um ein MissverstĂ€ndnis – der schlechten  Unternehmenskommunikation von WhatsApp geschuldet.

Neue Taktik: Whatsapp will Nutzer ĂŒber den WhatsApp-Status direkt informieren

Whatsapp befindet sich derzeit in einer echten Image-Krise. Obwohl der Messenger-Dienst auf seiner Webseite klargestellt hat, dass sich in Sachen PrivatsphĂ€re und Datenschutz fĂŒr den Nutzer nichts verĂ€ndern wird, sind viele Nutzer nach wie vor verwirrt.

Nun reagiert Whatsapp mit einer neuen Taktik, die fast schon verzweifelt wirkt: Via Whatsapp-Status will Whatsapp seine Nutzer ab sofort ĂŒber wichtige Änderungen und Neuerungen aufklĂ€ren:

"Hier werden wir dich ĂŒber neue Funktionen und Aktualisierungen informieren", schreibt Whatsapp im Whatsapp-Status, den jeder am Wochenende aufrufen konnte. "Whatsapp kann deine persönlichen Nachrichten nicht lesen oder anhören, da sie Ende-zu-Ende verschlĂŒsselt sind." Im dritten Status-Update heißt es: "Sei gespannt auf weitere Neuerungen", gefolgt von "Was jedoch nicht neu ist, das ist unser Einsatz fĂŒr deine PrivatsphĂ€re."

Whatsapp hÀtte von Telegram lernen sollen

Haben Sie den Status-Update von WhatsApp am Wochenende verpasst? Dies wĂŒrde mich nicht gerade wundern. Eigene Erfahrungen zeigen, dass die Status-Funktion kein allzu beliebtes Whatsapp-Feature zu sein scheint. In dem Status werden unregelmĂ€ĂŸig gerne mal "lustige" Grußkarten von Verwandten, Fotos von Blumen aus dem eigenen Garten oder der ein oder andere Schnappschuss vom letzten Spaziergang fĂŒr sĂ€mtliche Whatsapp-Kontakte ungefragt zugĂ€nglich gemacht. Nach 24 Stunden wird das Status-Update wieder gelöscht, was sehr stark an die Instagram-Stories erinnert. An deren Erfolg kann der Whatsapp-Status wahrscheinlich bei Weitem nicht anknĂŒpfen, was zuletzt wohl daran liegt, dass neue Status-Aktualisierungen der Kontakte nicht gerade offensichtlich kenntlich gemacht werden.

Warum Whatsapp sich fĂŒr diesen Schritt entschieden hat, ist klar: Um zu verhindern, dass noch mehr Nutzer sich Chat-Alternativen suchen. Ob dieses neue Sprachrohr fĂŒr WhatsApp wirklich hilfreich ist, um seine Nutzer zu behalten, ist jedoch fraglich. Dabei hĂ€tte Whatsapp von seiner Konkurrenz so gut lernen können. Um sicherzustellen, dass wirklich alle Nutzer diese Informationen lesen, hĂ€tte Whatsapp wie Telegram verfahren und seine User direkt in einem Chat-Fenster ĂŒber Neuigkeiten informieren sollen.

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