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Vodafone: So läuft aktuell die 3G-Abschaltung und das bringt es

08.02.2021 | 11:16 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Vodafone schaltet im Februar 2021 das 3G-Netz weiter ab. Die frei werdenden Frequenzen sollen 4G verbessern. Der aktuelle Stand an einem konkreten Beispiel.

Vodafone setzt im Februar die für 2021 angekündigte Abschaltung des 3G-Netzes fort. Die frei werdenden Frequenzen dienen der Verbesserungen des LTE-Mobilfunknetzes.

Vodafone nutzt ab sofort das bislang für 3G verwendete 2100-MHz-Frequenzband für LTE/4G und erweitert es um 5 MHz auf jetzt insgesamt 15 MHz. Die Erweiterung gilt für beide Richtungen, also zum Kunden und zurück. Suhl im Süden Thüringens mit rund 35.000 Einwohnern sei ein konkretes Testgebiet für die 3G-Abschaltung. Dort sei im Schnitt im 2100er-Band die Datenrate um bis zu 40 Prozent gestiegen, seit auf LTE umgeschaltet wurde.

Die zusätzliche Bandbreite hatte sich Vodafone bei der Auktionsrunde der Bundesnetzagentur im Sommer 2019 gesichert. „Auf der ‚Route LTE2100‘ fließen die Datenpakete nun auf drei statt auf zwei Spuren und damit schneller als bisher zu unseren Kunden und in unser Netz zurück. Besonders in den Spitzenzeiten, wenn alle surfen und telefonieren, merken unsere Kunden das. Im Sommer fügen wir noch eine vierte Spur hinzu und schließen damit die Umstellung von 3G zu LTE ab“, erklärt Vodafone in bester Marketingsprache.

So stellt Vodafone die Vorteile von 4G gegenüber 3G dar.
Vergrößern So stellt Vodafone die Vorteile von 4G gegenüber 3G dar.
© Vodafone

Mit „Sommer“ meint Vodafone die endgültige Abschaltung des 3G-Netzes. Denn Vodafone schaltet am 30.6.2021 sein betagtes UMTS-Mobilfunknetz ab. Die dadurch frei werdenden Frequenzen will das Unternehmen in die Verbesserung seines LTE-Netzes stecken. Das ist die „vierte Spur“ auf der „Route2100“ aus dem obigen Marketing-Zitat von Vodafone. Dadurch soll die LTE-Bandbreite im 2100er Band um weitere 5 MHz auf dann 20 MHz steigen.

Mittlerweile haben die Techniker von Vodafone 17.000 von insgesamt 18.000 Mobilfunkstationen für die 3G-Abschaltung vorbereitet. Laut Vodafone würde 3G nur noch etwas mehr als 2 Prozent des gesamten mobilen Datenverkehrs im Vodafone-Mobilfunknetz ausmachen. Vodafone verspricht zwar, dass alle 3G-Kunden mit ihrer Vodafone-SIM-Karte das 4G-Netz nutzen können; gegebenenfalls tauschte Vodafone kostenlos die alte SIM-Karte gegen eine neue. Doch wer noch ein sehr altes Handy besitzt, das kein 4G unterstützt, muss sich durchaus auf die 3G-Abschaltung vorbereiten und sich ein neues Mobiltelefon besorgen, sofern man damit surfen und nicht nur telefonieren will. Denn wer

  • nicht die SIM-Karte gratis tauschen lässt

  • oder ein altes Handy ohne 4G-Unterstützung weiter nutzt

  • beziehungsweise auf seinem alten Handy nicht 4G aktiviert (sofern das technisch möglich ist), surft nach der 3G-Abschaltung deutlich langsamer.

Vodafone registrierte aber auch, dass der Daten- und Sprachverkehr im 2G-Netz während der Testphase in Suhl deutlich anstieg. Vodafone empfiehlt seinen Kunden aber die Nutzung der "Voice over LTE Technik", die im LTE-Netz Telefonate ermöglicht und eine deutlich bessere Sprachqualität bieten als der GSM-Standard im 2G-Netz. „Bis Ende Juni schalten wir die Funktion in allen Tarifen und bei unseren Partnern frei“, verspricht Vodafone. In diesem Zusammenhang betont Vodafone, dass das 2G-Netz weiter in Betrieb bleibe. Anrufe sowie SMS sind also auch weit nach der Abschaltung noch über 2G (GSM) möglich, ebenso wichtige Funktionen wie eCall, das automatische Notrufsystem im Auto. Das tragbare Alarmgerät Spexor von Bosch verwendet ebenfalls das 2G-Netz.

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