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Völlige Trennung von PC-Sparte unwahrscheinlich

26.09.2011 | 12:56 Uhr |

"HP ist der größte PC-Hersteller der Welt, und der profitabelste nach Apple. Dass sie laut über eine Ausgliederung sprachen, ohne eine Lösung zu haben, war überraschend", sagte Ezra Gottheil, Analystin bei Technology Business Research, gegenüber dem IDG News Service. Auch Roger Kay, Chef des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Endpoint Technologies Associates, sieht das PC-Geschäft als wichtig für HP an: Es sei die nach wie vor größte Umsatzquelle.

Völlige Trennung von PC-Sparte unwahrscheinlich

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass Meg Whitman die Idee einer kompletten Trennung von PSG verfolgt", sagt Wafa Moussavi-Amin von IDC. Dass HP sein Geschäft stärker auf Software und Services ausrichte, darauf habe das Unternehmen schon seit drei oder vier Jahren hingearbeitet. Mit einem Verkauf des PC-Bereichs habe man dieses Vorhaben nun womöglich sichtbar untermauern wollen. "Die stärkere Ausrichtung auf Software und Services geht aber auch ohne eine solche Abstoßung", sagt der Analyst.

Andreas Zilch von der Experton Group und sein Kollege Jürgen Brettel geben zu bedenken, Meg Whitman habe kaum Erfahrung im B2B-Umfeld.
Vergrößern Andreas Zilch von der Experton Group und sein Kollege Jürgen Brettel geben zu bedenken, Meg Whitman habe kaum Erfahrung im B2B-Umfeld.
© Joachim Wendler

Moussavi-Amin gibt zu bedenken, dass HP das einzige IT-Unternehmen sei, das "alles aus einer Hand anbietet". Mit diesem Pfund könne HP weiterhin wuchern, wenn es die Rechnersparte PSG behalte. Im Unterschied zur nicht mehr aufhaltbaren Übernahme von Autonomy sei mit Apothekers lautem Nachdenken über den PSG-Verkauf noch nichts weiter geschehen. "Das lässt sich schnell revidieren, und das erwarte ich auch", so der IDC-Analyst.

Die drei Monate, die sich Whitman für die endgültige Entscheidung ausbedungen habe, hält er für zu lang. "Diese Zeit gibt ihr der Markt nicht, auch weil das HP-Geschäftsjahr im November endet."

Für unwahrscheinlich hält auch Mark Fabbi von Gartner die Trennung von der PC-Sparte. "Ich weiß nicht, an wen überhaupt sie PSG verkaufen sollten, wer das Geld hätte", so Fabbi. Kein Mitbewerber auf dem Markt käme in Frage, und für ein Private-Equity-Unternehmen wäre PSG aus Fabbis Sicht ein zu großer Brocken.

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