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Von Sculley gemobbt

19.01.2009 | 08:34 Uhr | Peter Müller

Von Sculley gemobbt

Der junge Steve Jobs, hier ein Foto von 1984
Vergrößern Der junge Steve Jobs, hier ein Foto von 1984

Einer war da schon nicht mehr an Bord, weil er zu Ende des Sommers 1985 das von ihm, Steve Wozniak und Ronald Wayne gegründete Unternehmen verlassen hatte: Steve Jobs. Schon im Mai 1985 hatte ihn CEO John Sculley kaltgestellt und ihm bis auf den Titel des Chairman aller Ämter enthoben. In Sculleys Augen war Jobs, der sich "ständig in Dinge einmischte, die ihm nicht lagen", auch als Produkt-Visionär der Mac-Abteilung nicht mehr tragbar. Schließlich schlidderte Apple in eine veritable Krise, der anfängliche Erfolg des Mac, den man nicht in ausreichenden Stückzahlen herstellen konnte, trug schon das Weihnachtsgeschäft 1984 nicht mehr. Apple hatte zu viele Geräte vorrätig, noch heute ist der Mac-Hersteller bei der Nachfrageplanung vorsichtig und riskiert lieber Lieferschwierigkeiten als unverkäufliche Lagerbestände.

Eine der Jobs’schen Produktvisionen, die im Jahr 1985 John Sculley nicht verstand, setzte Apple erst im Jahr 1989 um: Den portablen Mac, der als tragbarer Computer gleichwohl viel zu schwer war. Auch der erste Mac ließ sich leicht von A nach B tragen, viele weitere Modelle mit Henkel folgten, 1998 - nach Jobs’ Rückkehr - etwa der iMac. Dass Jobs schon vor 24 Jahren von einem "BookMac" träumt, trägt heute Früchte: Apple legt insbesondere im mobilen Bereich zu, mit - genau - Macbooks. In den USA ist Apple mittlerweile Dritter unter den Notebookherstellern, der Marktanteil bewegt sich in Richtung 20 Prozent. Träume brauchen manchmal lange, um zu reifen.

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