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Vor 29 Jahren: Erste Webseite des Internets online

13.11.2019 | 11:20 Uhr | Peter Müller

Heute vor knapp 30 Jahren ist die erste Seite des Internets gestartet. Das Konzept hat sich seitdem stark weiterentwickelt.

In aller Unbescheidenheit betrachtet sich das Macwelt Morgenmagazin als ihre Morgenzeitung. Naja, als einen Teil davon. Der mit dem Special Interest "Apple und Umgebung". Aber immerhin! Natürlich hat das Internet die Konsumgewohnheiten komplett verändert, auch die Mediennutzung. Institutionen wie die Tagesschau um 20 Uhr oder das heute journal um 21.45 Uhr können sich eigentlich nur halten, weil sie in den Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender auch noch um 20.51 Uhr oder kurz vor Mitternacht zu sehen sind – oder die 18-Uhr-Ausgabe der Tagesschau um 19.47 Uhr, also kurz vor der gewohnten Zeit.

In unserem Briefkasten finden wir jeden Morgen immer noch Werbeblätter aller Art, die gedruckte Zeitung haben wir abbestellt. Jetzt laden wir sie am Vorabend auf das iPad und zum Frühstück deren Aktualisierung. Und von unseren Lesern hoffen wir, dass sie ausgeschlafen und hungrig nach Unterhaltung und Informationen das Morgenmagazin auf der Website oder als Newsletter in ihrem E-Mail-Client lesen. Es hat sich vor allem die Darreichungsform geändert, aber eben auch das Geschäftsmodell.

Angefangen mit den über das Internet verteilten Informationen hat das heute vor 29 Jahren, am Dienstag, den 13. November 1990. Als erste Website der Welt ging die Adresse http://info.cern.ch online. Ein Abbild der ersten Worlwidewebseite ist heute noch auf den Servern des Forschungsinstituts CERN zu sehen. Aber bitte nicht erschrecken, wenn Sie darauf klicken: Der Server antwortet Ihnen in einer Geschwindigkeit, die man sich heute nicht mehr vorstellen kann. Alles, was es zu sehen gibt, ist schwarzer Text auf weißem Grund, die Links sind unterstrichen und blau gefärbt. Kein einziges Bild ist zu sehen, nichts zappelt, nichts blinkt. Von Werbebotschaften oder Trackern keine Rede, es sei denn, man betrachtet die hinterlegten Informationen als Werbung für das Projekt von Tim Berners-Lee. Noch obskurer wird die Seite aber, klickt man auf die Simulation des Kommandozeilen-Browsers : Grüner Text auf schwarzem Hintergrund, der sich zeilenweise aufbaut. Sieht man heute allenfalls noch in Science-Fiction- oder Action-Filmen, wenn der Regisseur keine bessere Bildidee hat, um Hacker bei der Arbeit zu filmen. So sah es auf Computerbildschirmen aber aus, als das Internet begann.

Erfunden hatte es der britische Physiker in der Schweiz vor allem als Möglichkeit, wissenschaftliche Informationen und Daten auszutauschen. Aber warum sollte das auf Universitäten und Institute beschränkt bleiben? Schon vor dem WWW hatten Leute erkannt, dass die Vernetzung von Computern viel mächtiger als Distributionskanal von Informationen aller Art sein würde, auch im kommerziellen Interesse. Irgendwie scheint das Web aber schneller gewachsen zu sein als passende Geschäftsmodelle – vorher war es vollkommen logisch, dass man für eine Zeitschrift oder Zeitung Geld bezahlt, obwohl da auch Anzeigen drin waren. Heute haben es Bezahlinhalte im Web schwer und die von Werbung finanzierten müssen sich sehr oft hinter all dem Geblinke und Gehupe der Ads verstecken. Wir arbeiten aber weiter dran und erscheinen tapfer jeden Morgen. Unseren Morgenmagazin-Newsletter und digitale Ausgaben der Macwelt können Sie hier abonnieren .

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