2662985

WWDC: Die 10 wichtigsten Mac-Momente

01.06.2022 | 10:45 Uhr |

Auf der WWDC macht Apple seit jeher wichtige Ankündigungen für den Mac. Wir haben die Top 10 zusammengestellt.

Für Apple- und Mac-Fans ist die WWDC das Ereignis schlechthin. Mehr noch als die jährliche Herbstveranstaltung ist die WWDC-Keynote der Ort, an dem Apple oft wichtige Ankündigungen macht, die Auswirkungen auf Entwickler, Benutzer und die gesamte Branche haben. Auf der WWDC-Keynote werden die nächsten Versionen von macOS vorgestellt, und Apple enthüllt manchmal wichtige neue Hardware, deren Entwicklung Hand in Hand mit den neuesten Softwarefunktionen geht.

Die WWDC, wie wir sie kennen, hat Apple im Jahr 1990 ins Leben gerufen; in den Jahren davor war sie eine kleinere Veranstaltung namens DevCon oder Apple World. Da die WWDC 2022 schon ein wenigen Tagen beginnt, mal wieder am Pfingstmontag wie zuletzt 2017, haben wir uns gedacht, dass wir die wichtigsten Mac-Momente in der Geschichte der WWDC-Keynote Revue passieren lassen (in chronologischer Reihenfolge, mit Ausnahme der letzten – Sie werden sehen, warum). Im Großen und Ganzen ziehen sich diese Momente wie ein roter Faden durch Apples Unternehmensgeschichte: Veränderungen sind unvermeidlich.

WWDC 1997: Steve Jobs kehrt zurück, die Ursprünge von OS X

Die Keynote zur WWDC 1997 war nicht unbedingt eine spektakuläre Präsentation, für die Apple heute bekannt ist. Es handelte sich um eine Frage-und-Antwort-Runde zwischen Steve Jobs und dem aus Entwicklern bestehenden Publikum. Und Jobs ist an jenem Tag im Mai recht offen mit seinen Gedanken. An einer Stelle sagt er: "Apple hat jahrelang unter einem lausigen technischen Management gelitten" und "Fokussierung bedeutet, nein zu sagen". Er sprach über seine Vision für Cloud Computing, den "heiligen Krieg" mit Microsoft und darüber, dass Kundenbedürfnisse Vorrang vor technologischer Raffinesse haben. Gegen Ende des Vortrags spricht Steve Jobs sogar über eine technologische Implementierung, die als seine Vision für das iPhone interpretiert werden könnte.

Das war ein wichtiger Moment. Als Apple im Dezember 1996 Next Computer kaufte und Steve Jobs zu Apple zurückkehrte, beschloss Apple, die Technologie von Next als Kern des kommenden Mac-Betriebssystems zu verwenden. Diese Entscheidung führte zu großen Spannungen in der Entwicklergemeinde. Eine Menge Arbeit, die Entwickler in frühere Pläne für das Mac-Betriebssystem gesteckt hatten, war im Grunde genommen nutzlos. Und da der Marktanteil des Macs Jahr für Jahr schrumpfte, stellte sich die Frage, ob der Markt überlebensfähig genug war, um den Technologiewechsel zu überstehen.

WWDC 2002: R.I.P. Mac OS 9

Mit der Einführung von OS X beschloss Apple, die Entwicklung des "klassischen" Mac-OS (die Version vor OS X) einzustellen. Aus diesem Anlass hielt Steve Jobs während der Keynote eine Lobrede auf Mac-OS 9. Wobei: Lobrede ist an dieser Stelle die falsche Beschreibung, immerhin hielt Steve Jobs eine Rede am offenen Sargdeckel des Mac OS: 


WWDC 2003: Das 3-GHz-Versprechen

2003 ist ein wirklich denkwürdiger Moment in der WWDC-Geschichte. Im Jahr 2003 stellte Steve Jobs den Power Mac G5 vor, der mit einem PowerPC-G5-Prozessor ausgestattet war. Gegen Ende der Keynote versprach er, dass dieser Mac im Laufe des Jahres eine 3-GHz-CPU haben würde. Dazu ist es nicht gekommen, was uns zum nächsten denkwürdigen Moment der WWDC-Keynote führt.

WWDC 2005: Der Übergang zu Intel beginnt

Zum Zeitpunkt der WWDC 2005 waren 3 GHz der heilige Gral für die CPU-Geschwindigkeit, und die PowerPC-Chips des Macs konnten das nicht erreichen. Apple stieß an eine Grenze, die den Wechsel von PowerPC-Chips zu Intel zu einem entscheidenden Schritt für die Zukunft des Macs machte. 

Apple war sich darüber im Klaren, dass diese Umstellung auf zweierlei Weise in die Geschichte eingehen würde: als erfolgreiche Geschäftsentscheidung, die zum Standard werden könnte – oder als eine Entscheidung, die so schlecht ausgeführt wurde, dass sie praktisch das Aus für den Mac bedeutete. Das Unternehmen musste einen Weg finden, eine Brücke zwischen der PowerPC-Implementierung und den neuen Intel-basierten Macs zu schlagen. Keine andere Plattform hatte eine so große Aufgabe bewältigt, dies wäre eine Premiere in der Branche gewesen. Alle würden zusehen.

In der Keynote nahm sich Steve Jobs Zeit, um zu erklären, warum die Umstellung notwendig war und wie sie erfolgen wird. Paul Otellini, der CEO von Intel, spricht über die Beziehung zwischen Apple und Intel. Die Keynote trug dazu bei, Mac-Benutzer und -Entwickler zu beruhigen, dass Apple einen Plan hatte - und es stellte sich heraus, dass der Plan so gut funktionierte, dass ein ähnlicher Plan erst 15 Jahre später für den nächsten Übergang verwendet wurde.

WWDC 2020: Der Übergang zu Apple Silicon beginnt

Apples derzeitige Mac-Wiedergeburt begann vor Jahren und wurde während der WWDC 2020 Keynote formell angekündigt. Das Unternehmen würde die nächsten zwei Jahre damit verbringen, die Intel-Chips im Mac durch eigene zu ersetzen. Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass die CISC-basierte Technologie, die in den Intel-Chips zum Einsatz kommt, in Bezug auf die Leistung an ihre Grenzen stoßen würde, wenn nicht drastische Änderungen vorgenommen würden. Apple hatte Erfolg mit seinen eigenen Prozessoren der A-Serie im iPhone und iPad, sodass es Sinn ergab, seine ARM-basierten Chips für den Mac zu nutzen. 

Diese Ankündigung war gleichermaßen aufregend und beunruhigend. Es war aufregend, sich vorzustellen, dass der Mac, der in einer Sackgasse feststeckte, eine Kehrtwende finden könnte. Aber es gab auch echte Bedenken, ob Apple das wirklich durchziehen würde. Zwei Jahre später erreicht der Mac neue Spitzenwerte in Sachen Leistung und Verkaufserfolg, von denen man früher nur träumen konnte.

WWDC 2021: Universal Control – Nahtlose Bedienung

Auf der WWDC 2020 gab es wegen der COVID-19-Pandemie erstmals eine vorab aufgezeichnete Keynote mit ausschließlich virtuellem Publikum. WWDC 2021 folgte diesem Beispiel, da die Pandemie noch in vollem Gange war. Während die Energie einer Live-Veranstaltung fehlt, wurde sie durch einen Ansturm von neuen Funktionen für jedes Betriebssystem ersetzt, eine nach der anderen in einem halsbrecherischen Tempo.

In der Keynote 2021 hat Apple nach 81 überwältigenden Minuten mit Ankündigungen für iOS, AirPods, iPadOS, Datenschutz, iCloud, Gesundheit, watchOS und Home eine Atempause eingelegt, um Universal Control  (nahtlose Bedienung) zu demonstrieren, eine neue Funktion in macOS Monterey, mit der man einen Mac zur Steuerung eines iPad oder eines anderen Macs verwenden kann. Es war eine so coole Demonstration, dass die Leute sie sich immer und immer wieder ansahen, bis die Funktion acht Monate später endlich verfügbar war.

WWDC 2006, 2013, 2019 (und vielleicht 2022): Mac Pro

Der Mac Pro ist primär für Entwickler interessant, die die Leistung für die Erstellung von Software benötigen. Daher legt das Unternehmen großen Wert darauf, seinen leistungsstärksten Mac auf der WWDC vorzustellen. Apple hat auf der WWDC drei verschiedene Mac Pro vorgestellt, und es scheint angemessen, sie alle als einen "Moment" zusammenzufassen.

Jede Enthüllung ist jedoch auf ihre eigene Weise bedeutsam. 2006 wurde der erste Mac Pro vorgestellt, ein Intel-basierter Tower, der den Power Mac G5 ersetzte. Das Design in Form einer "Käsereibe" aus Aluminium wurde zur Ikone, wurde aber 2013 durch ein weniger ideales "Mülleimer"-Design ersetzt. Apple räumte schließlich die Mängel des Mac Pro von 2013 ein und brachte 2019 einen neuen Mac Pro mit einem modernen Aluminium-Tower-Design heraus, das an die Käsereibe erinnerte.

Dem Mac Pro steht erneut ein monumentales Upgrade bevor, das könnte auf der diesjährigen WWDC passieren. Er ist einer der letzten Macs, die ein Upgrade auf Apple-Silizium erhalten, und die Benutzer sind begeistert vom Potenzial des Spitzenmodells von Apple. Das wird sicher ein denkwürdiger Moment auf der WWDC-Keynote sein.

Dieser Artikel stammt von den Kollegen der Macworld .

Macwelt Marktplatz

2662985