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"Neue Systemschrift. Um Besitzer von Alt-Hardware durch sanften Druck zum Umstieg auf Retina-Displays zu bewegen? Denkbar!"

31.05.2014 | 10:00 Uhr |

Vor der WWDC 2014 haben wir uns in der Szene der OS-X-Entwickler umgehört, um Hoffnungen und Wünsche für das neue OS X zu sammeln.

Macwelt: Die WWDC 2014 steht vor der Tür. Fahren Sie nach San Francisco, um selbst an der Konferenz teilzunehmen?

Florian Albrecht: Elgato besucht die WWDC mit einem Team von vier Entwicklern.

Macwelt: Für uns war die Vorstellung von Mavericks vor einem Jahr eine zwiespältige Angelegenheit: Zum einen waren die Verbesserungen und Optimierungen im Unterbau von OS X überfällig und sinnvoll, zum anderen wirkte die Optik von Mavericks mit einem „flatten“ Kalender auf der einen und einem skeuomorphistischen Game Center auf der anderen Seite irgendwie inkonsequent. Wie sehen Sie diesen vermeintlichen Zweispalt?

Florian Albrecht: Apple erneuert OS X mit sehr hoher Frequenz. Bei einem Projekt dieses Umfangs können nicht alle Bestandteile gleichzeitig denselben Fortschritt machen. Game Center ist hierfür ein gutes Beispiel. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass eine Technologie oder ein Programm vor der Ablösung steht und ihm daher nur noch minimale Ressourcen zugestanden werden.

Florian Albrecht – Director User Experience bei Elgato

© 2015

Elgato steht nicht nur für hochwertige Mac-Peripherie wie den Thunderbolt-Dock oder das Gamecapture HD, sondern auch dafür, ein offenes Ohr für unsere Fragen zu haben.

Macwelt: Was hat Sie an OS X Mavericks am meisten Überrascht?

Florian Albrecht: Technisch gesehen gibt es derzeit zwei komplett unabhängige Laufzeitumgebungen für OS X Apps, eine in 32 Bit, uralt und mühsam, eine relativ neue in 64 Bit. Interessanterweise unterscheiden sich die inzwischen sogar in der Verfügbarkeit einiger Features, Details, ganzer Frameworks wie etwa In-App Purchase, das es nicht in 32 Bit gibt. Umgekehrt gibt es Carbon und QuickTime nicht in 64 Bit.

Macwelt: Gibt es einen Punkt, der Sie besonders genervt hat?

Florian Albrecht: Eigentlich waren wir ganz glücklich mit OS X Mavericks. Wir hatten diesmal sehr wenig Arbeit hinsichtlich der Anpassung unserer Mac-Applikationen.

Macwelt: Apple hat mit iOS 7 sein bisheriges optisches Konzept für iOS ziemlich über den Haufen geworfen. Erwarten Sie für den Nachfolger von OS X Mavericks ähnlich tiefgreifende Veränderungen?

Florian Albrecht: Wenn sich ein iPhone-Kunde derzeit im Apple Store für einen Mac interessiert, ist die Hürde durch die teilweise recht unterschiedliche User Experience recht hoch. Konzepte und Optik waren zu Zeiten von iOS 6 und OS X Mountain Lion wesentlich näher beisammen. Es ist anzunehmen, dass Apple hier wieder mehr Konsistenz zwischen den Systemen anstrebt.

Macwelt: Wo müsste Apple mit Blick auf OS X 10.10 aus Ihrer Sicht noch Hand anlegen – sowohl mit Blick auf Entwickler-Tools, als auch mit Blick auf das UI?

Florian Albrecht: Hier könnte man viel sagen…

Macwelt: Glauben Sie, Apple könnte tatsächlich Lucida Grande in Rente schicken und stattdessen eine leichtere Schrift als Systemschrift verwenden? Ich lese schon die Facebook-Kommentare …

Florian Albrecht: Um Besitzer von Alt-Hardware durch sanften Druck zum Umstieg auf Retina-Displays zu bewegen? Denkbar!

Macwelt: Wenn Sie eine Frage an eine beliebige Person bei Apple frei hätten – Was würden Sie wen fragen?

Florian Albrecht: Einen Apple-Engineer: When are you going to fix that bug I filed?

Macwelt: Besten Dank! ((Kasten Ende))

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