887184

Wall Street weiter skeptisch über Fusion HP/Compaq

06.09.2001 | 00:00 Uhr |

Die Wall Street steht der angekündigten Mega- Fusion zwischen den US-Computerkonzernen Hewlett-Packard und Compaq weiterhin skeptisch gegenüber. Die HP-Aktie startete am Donnerstag am dritten Tag in Folge mit Verlusten in den Handel. Einige Analysten sahen bereits die Compaq-Übernahme durch HP von den massiven Kursverlusten gefährdet.

Die HP-Aktie verlor zum Handelsauftakt in New York weitere 0,55 Prozent auf 18,11 Dollar. Damit büßte die Aktie im Vergleich zum letzten Schlusskurs vor Bekanntgabe der Übernahme am Montag bereits rund 22 Prozent ein. Das Compaq-Papier startete dagegen am Donnerstag mit einem Plus von 0,96 Prozent auf 10,50 Dollar, lag jedoch damit noch um rund 15 Prozent unter dem Preis vor der Fusionsankündigung.

Mit den Kursverlusten ist die Prämie für Compaq-Aktionäre erheblich geschrumpft. Sie sollen 0,6325 neu herausgegebene HP- Anteilsscheine für jede ihrer Aktien erhalten. Der Gesamtwert der Übernahme fiel mit dem Kurssturz der vergangenen Tage von den angekündigten 25 Milliarden Dollar auf nur noch gut 19 Milliarden Dollar.

Die Agentur Moody's senkte als erste das Rating von Hewlett- Packard bei langfristigen Verbindlichkeiten von "Aa3" auf "A2", das bedeutet, von sehr guter bis guter auf gute bis befriedigende Bonität. Moody's-Analyst Richard Lane sagte zur Begründung der "New York Times", den Unternehmen stünden ernsthafte Herausforderungen bei der Integration bevor. Außerdem wolle Hewlett-Packard ein Unternehmen mit niedrigerem Rating kaufen.

Die Reaktionen der Analysten auf die Übernahme blieben überwiegend negativ. "Ich denke nicht, dass es in nächster Zeit einen Weg geben wird, die Mehrheit der Investoren davon zu überzeugen, dass es eine gute Idee war", sagte Bill Shope von ABN Amro. Der Übernahme müssen noch die Aktionäre und die Kartellbehörden zustimmen.

Unterdessen will Hewlett-Packard binnen 100 Tagen ein Konzept für die Integration von Compaq ausarbeiten. «Wir glauben, dass wir die Stärken der beiden Unternehmen vereinen und die Schwächen eindämmen können», sagte Jim McDonnell, HP-Vizepräsident für Marketing im Geschäftskundenbereich. dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
887184