876730

Warnungen vor gläsernem Internet-Nutzer

09.03.2001 | 00:00 Uhr |

Die Datenschutzbeauftragten des Bundes und der
Länder sehen die Anonymität im Internet in Gefahr. Wegen der in
Deutschland und Europa geplanten Maßnahmen gegen die Kriminalität im
Netz drohe der «gläserne Internetnutzer», warnte die nordrhein-
westfälische Datenschutzbeauftragte Bettina Sokol am Freitag nach
einer dreitägigen Konferenz in Düsseldorf.

Die Datenschutzbeauftragten kritisieren vor allem die Forderung
der Innenminister, die Internetprovider sollten die digitalen Spuren
der Nutzer aufzeichnen und aufbewahren. Eine solche Datenbevorratung
sei unverhältnismäßig. Eine pauschale Registrierung greife tief in
das Persönlichkeitsrecht ein. Das Sammeln von Daten für Zwecke der
Strafverfolgung dürfe erst erfolgen, wenn ein konkreter Verdacht
bestehe, fordern die Beauftragten.

Auch im Internet müsse der Datenschutz und das Fernmeldegeheimnis
gewährleistet sein. Grundrechtseingriffe müssten begrenzt werden. In
andere Länder dürften Daten von Internet-Nutzern nur übermittelt
werden, wenn in diesen Staaten der Datenschutz auf einem ähnlichen
Niveau sei wie in Deutschland.
dpa

0 Kommentare zu diesem Artikel
876730