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Warum Apple keine großen Firmen kauft

29.04.2022 | 10:30 Uhr | Peter Müller

Von Zeit zu Zeit übernimmt Apple kleinere Firmen, hohe Ausgaben wie die für Beats vor acht Jahren sind selten. Und bleiben es auch.

Mal wieder legt Apple ein Rekordquartal vor, der Umsatz erreichte fast 100 Milliarden US-Dollar, an Gewinn bleiben 25 Milliarden US-Dollar übrig ( wir berichteten ) – an "current assets" gibt Apple in seiner Bilanz 118 Milliarden US-Dollar an, davon sind 28 Milliarden US.-Dollar "Cash und Cash-Äquivalente". Apple könnte mit seinen Barreserven locker Netflix oder Peloton übernehmen, was im Portfolio sogar Sinn ergäbe, um Fitness+ und Apple TV+ deutlich zu vergrößern.

Selbst Tesla könnte man unter Umständen kaufen oder Twitter wieder aus den Klauen Elon Musks befreien, außer Eitelkeit findet man dafür keine Gründe. Apple ist aber nicht eitel, sondern wählt seine Akquisen mit Bedacht. In der Bilanzpressekonferenz angesprochen auf etwaige Übernahmen großer Firmen etwa im Gesundheitssektor, die bisher nicht erfolgten, erklärte Apple-CEO Tim Cook die Strategie. Er wolle zwar nicht ausschließen, auch mal einen großen Player zu übernehmen, man fokussiere in Cupertino aber mehr auf das Talent und das geistige Eigentum, das man mit kleineren und mittelgroßen Firmen einkaufe. Welche Akquisen man denn derzeit konkret im Auge habe, wollte Cook natürlich nicht verraten.

Wenn die große Firma mal passt …

Wörtlich sagte Cook  laut 9to5Mac : "Wir sind immer auf der Suche nach Unternehmen, die wir kaufen können. Wir kaufen viele kleinere Unternehmen, und das werden wir auch weiterhin tun, um geistiges Eigentum zu erwerben und Talente zu integrieren. Wir schließen auch größere Unternehmen nicht aus, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Ich werde bei diesem Anruf nicht meine Liste mit Ihnen durchgehen, aber wir sind immer auf der Suche."

Zuletzt hatte Apple auffällig oft Firmen übernommen, die sich mit AR oder künstlicher Intelligenz beschäftigten, dafür gab Apple jeweils nicht mehr als niedrige dreistellige Millionenbeträge aus. Die bisher teuerste Akquise war die von Beats im Jahr 2014 für drei Milliarden US-Dollar , Apple war dabei nicht nur an den Kopfhörern der Marke interessiert, sondern mehr noch am Streamingdienst des Unternehmens, der in Apple Music aufgegangen ist. Mit deutlichem Abstand folgt die Übernahme von Intels Modemsparte , die ehedem zu Infineon gehörte. Im Jahr 2019 zahlte Apple dafür etwa eine Milliarde US-Dollar, im Jahr 2023 sollte es die ersten Apple-Produkte mit eigenen 5G-Modems geben.

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