2568585

Warum Apple sein eigenes Auto bauen will

17.02.2021 | 14:52 Uhr | Halyna Kubiv

Es verdichten sich die Gerüchte, dass Apple nach einem Partner für sein Projekt Titan sucht und etwas Konkretes über sein Auto verkündet.

Die Gerüchte um ein Auto aus dem Hause Apple sind fast so alt wie die Gerüchte rund um den Apple-Fernseher . Aus der Hardware-Idee ist mittlerweile ein Streaming-Dienst geworden, doch zuletzt wurden Apple-Car-Gerüchte wieder belebt. Zwar ist Apple dafür bekannt, mit eigenen Ideen und Nahtlos-Gedanken mehrere Industrien aufzumischen - aber warum ausgerechnet die Auto-Industrie?

Auf diese Frage versuchen die Analysten von Loup Ventures , Gene Munster und David Stokman, eine einigermaßen begründete Antwort zu geben. Zum Einen ist der Smartphone-Markt vor allem in Westeuropa und in den USA recht gesättigt. Momentan werden weltweit rund 1,4 Milliarden Smartphones verkauft, zu einem Durchschnittspreis von knapp 310 US-Dollar. Der globale Smartphone-Markt ist also jährlich knapp 434 Milliarden US-Dollar wert. Aktuell gibt es weltweit 3,5 Milliarden Smartphone-Nutzer, was geteilt durch die Gesamtbevölkerung eine Nutzungsrate von 45 Prozent ausmacht. Wenn man eine Nutzungsrate von gesättigten Märkten wie die USA, Deutschland oder Großbritannien von 75 Prozent annimmt, werden 5,7 Milliarden Menschen sich früher oder später ein Smartphone zulegen. Ein Durchschnitts-Nutzer hat 1,2 Smartphones im Besitz und verwendet diese ungefähr drei Jahre. Jährlich sind also 2,3 Milliarden verkaufte Smartphones möglich, bei dem vergleichbaren Durchschnittspreis von 325 US-Dollar pro Gerät kann der Markt noch auf 750 Milliarden US-Dollar wachsen.

Munster: Apple Auto nicht wahrscheinlich

Eine ordentliche Zahl, die Analysten kommen jedoch bei einer ähnlichen Berechnung für den Automarkt auf 2820 Milliarden US-Dollar, also 2,8 Billionen USD an Umsatz. Das größte Segment von Personenwagen (75 %) wird mit 1,7 Billionen USD bewertet. Munster und Stokman sehen insbesondere im Bereich der Personenbeförderung das größte Potential, innerhalb von zehn Jahren durch neue Strukturen aktuelle Probleme der Mobilität zu lösen. Insbesondere in den Städten würden die Bewohner verstärkt auf Komplett-Pakete an Dienstleistungen statt auf ein eigenes Auto setzen. Autonome Fahrzeuge, die rund um die Uhr kursieren, werden einen Privat-PkW unwirtschaftlich machen. Viele Stadtbewohner werden demnach auf ein Beförderungs-Abo umsteigen, statt sich um den gekauften Wagen zu kümmern.

Apple sichert sich Domain Apple.car

Ob Apple tatsächlich den Markt mit einem eigenem Angebot aufmischen will, wird sich in den kommenden Jahren klären. Derweil sehen Analysten beim Auto-Markt alle Bedingungen erfühlt, die ihn für Apple attraktiv macht: Eine schiere Größe des Marktes ist bereits gegeben, Anteil an Elektro-Fahrzeugen wird in der Zukunft noch steigen. Apple kann seine Lösungen in das Endprodukt vertikal integrieren – das Unternehmen hat bereits Expertise in Akkus, unterschiedlichen Betriebssystemen, Kameras, Design und Services. Fast alle Puzzle-Teilchen sind also vorhanden. Nur die Frage mit den Margen ist noch nicht zufriedenstellend beantwortet: Auf dem Automarkt sind die Margen im mittleren einstelligen Bereich üblich, Apple tendiert eher auf seinen Bilanzkonferenzen die Margen von 30 Prozent und höher auszuweisen . Mit einem Abo- und Entertainment-Paket, so Analysten, wird sich jedoch mehr aus dem Markt rausholen lassen. Schließlich strebt auch Tesla eine Marke von 20 Prozent an.

Macwelt Marktplatz

2568585