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Warum Apples App-Icons abgerundete Ecken haben

14.12.2016 | 08:05 Uhr |

Jeder Smartphone-Besitzer tippt tĂ€glich dutzende Male auf die kleinen Programm-Icons und nimmt dabei das Design fĂŒr selbstverstĂ€ndlich hin. Es ist zwar kein Geheimnis, dass im Hause Apple die Design-Fragen mit oberster PrioritĂ€t behandelt werden. Wie stark Apple aber auch auf die kleinsten Kleinigkeiten achtet, hĂ€tten sich aber wohl nur die Wenigsten vorstellen können.

Diese Frage haben wir nicht ins Adventskalender der Macwelt ĂŒbernommen, die Anekdote ist dennoch sehr nett: Kaum zu glauben, dass die abgerundeten App-Icons noch aus den Macintosh-Zeiten stammen. Jede Design-Frage ist bei Apple extrem gut durchdacht, jedes noch so kleine Detail ist das Ergebnis obsessiver Perfektion – sowohl im Software- als auch im Hardware-Bereich. Ein ganz neues Ausmaß dieser Detailverliebtheit begann mit der Entwicklung des iPhones, das profitabelste Produkt, was jemals in Cupertino entstanden ist. Daher ist es auch kaum verwunderlich, dass Scott Forstall, der bei Apple einst fĂŒr das iOS verantwortlich war, eine Juweliers-Lupe in seinem BĂŒro aufbewahrte, um damit jedes Pixel auf jedem App-Icon untersuchen zu können.

Als Steve Jobs zu Beginn der 80er Jahre an dem Lisa-Rechner arbeitete, zeigte Jobs eine zunehmende Faszination von abgerundeten Vierecken. Laut BGR soll Jobs den Ingenieur Bill Atkinson dazu gehetzt haben, eine Software zu entwickeln, mit welcher man solche Formen kreieren konnte. Zu dieser Zeit war Atkinson jedoch mit der Programmierung eines Tools beschĂ€ftigt, mit dem man Ovale und Kreise malen können sollte. Steve Jobs soll daraufhin gesagt haben: „Nun, Kreise und Ovale sind gut, aber wie wĂ€re es, wenn man Rechtecke mit abgerundeten Ecken malen könnte? WĂ€re das auch möglich?“

Diese Anekdote hat auch Walter Isaacson in seiner Jobs-Biographie gebracht, unsere Rezension findet sich hier .

Bill Atkinson soll dieser Anekdote zu Folge von diesem Vorschlag nicht besonders begeistert gewesen sein. Zum einen sei es zu dieser Zeit zu schwer, so etwas zu programmieren, zum anderen sah er die Notwendigkeit dafĂŒr nicht. Jobs ließ sich von dieser Idee jedoch nicht abbringen.

„Rechtecke mit abgerundeten Ecken sind ĂŒberall. Sie dich doch nur mal in diesem Raum um!“, sagte Jobs. „Und sieh nach draußen, da sind sogar noch mehr, eigentlich ĂŒberall, wo man auch hinsieht!“ Nachdem Steve Jobs wĂ€hrend eines kurzen Spaziergangs auf jedes auffindbare Rechteck mit abgerundeten Ecken aufmerksam machte, entwickelte Atkinson schließlich eine Software, mit dem man solche Formen zeichnen konnte. Bei der Entwicklung des Lisa-Rechners und spĂ€ter auch beim Macintosh zeigte sich, dass die abgerundeten Rechtecke sich hervorragend in die BenutzeroberflĂ€che integrieren ließen und schon sehr bald unerlĂ€sslich waren.

Als rund 25 Jahre spĂ€ter das erste iPhone vorgestellt wurde, ist es rĂŒckblickend also kaum verwunderlich, dass das Design der iOS Icons in Form eines Vierecks mit abgerundeten Ecken erscheint. Diese Vorliebe ĂŒbernahm Apple schließlich auch in der Nachrichten-App, und auch mit dem Sprung von iOS 6 auf iOS 7 kann man deutliche DesignverĂ€nderungen erkennen. Steve Jobs GespĂŒr fĂŒr solch kleine Details ist nur ein kleiner Beitrag dafĂŒr, was Apple so besonders macht.

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