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Warum Apples Strategie für Apple TV+ aufgehen könnte

12.09.2019 | 11:56 Uhr | Peter Müller

Hat zwar erstmal nur wenige Inhalte, kostet dafür aber nur die Hälfte im Vergleich zu Netflix: Apple kann aber auf seine immense Nutzerschaft zählen.

Lange hieß es in Analystenkreisen ja, Apple solle seine immensen Barvorräte anzapfen und Netflix aufkaufen , um überhaupt eine Chance im Streaming zu haben. Apple hat den Ratschlag ignoriert und mit Apple TV+ ein eigenes Angebot aufgebaut, das nun zur ernsten Bedrohung von Netflix werden könnte, wie Jason Aten auf Inc. meint . Denn im Streaming-Business sei man nur erfolgreich, wenn man Inhalte und Publikum habe – dem Newcomer Apple fehlt erst einmal beides, zum Start am 1. November wird TV+ noch recht überschaubares Programm bieten.

Doch werde sich die Strategie auszahlen, Käufern neuer Apple-Hardware ein Jahresabo kostenlos zu geben – so baue man ein großes Publikum auf. Im vierten Kalenderquartal werde Apple zwischen 65 und 75 Millionen iPhones verkaufen, der Streamingdienst Hulu hat heute etwa 28 Millionen Abonnenten. Da Apple es einfach mache, Abonnenten zu werden und mit dem Preis von 4,99 US-Dollar (oder Euro) im Monat auch einen attraktiven Preis bietet, der die Leute halten könnte, werde Apple TV+ beinahe zwangsläufig zum Schlager.

Teile der Wall Street sind jedoch skeptisch, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet . Es könne Apple zwar binnen eines Jahres gelingen, Netflix mit seinen 190 Millionen Abonnenten als Streamingdienst Nummer eins abzulösen, da es entsprechend viele Geräte verkaufen wird, doch handele es sich dabei nur um ein Strohfeuer. Netflix könne auf seinen zehnjährigen Vorsprung und seinen umfangreichen Content bauen. Zudem habe Apple auch starkes Interesse über Apple TV Channels Abos von Dritten wie HBO oder Showtime zu verkaufen, die eigenen Inhalte sind an sich nur Zugabe und das Hauptinteresse bestehe weiterhin darin, Hardware zu verkaufen.

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