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Warum Sie jetzt lieber kein Macbook kaufen sollten

07.05.2022 | 10:30 Uhr | Stephan Wiesend

Für das Macbook Air und Macbook Pro 13-Zoll bietet der Handel immer höhere Rabatte an – von einem Kauf raten wir aber ab.

Es ist kein Zufall, wenn es aktuell immer attraktivere Angebote für das Macbook Air und Macbook Pro 13 Zoll gibt: Sogar Angebote knapp unter 900 Euro waren schon zu sehen. Allerdings raten wir Ihnen aktuell vom Kauf eines Macbook Air oder Macbook Pro 13-Zoll ab!

Das liegt nicht nur daran, dass die beiden Modelle schon 2020 erschienen und ihr Design und Ausstattung etwas angestaubt sind. Der Hauptgrund ist, dass schon in Kürze ein Nachfolgemodell erscheinen wird – das gilt gleichermaßen für das Macbook Pro und das Macbook Air. Kauft man zu früh, sind die Rabatte vielleicht nur ein schwacher Trost: Vermutlich wird Apple beim Verkaufsstart die Preise sogar anheben, dank China-Lockdowns wird es auch Lieferprobleme geben. Trotzdem erwarten wir bei beiden neuen Modellen so viele Verbesserungen, dass Sie einen verfrühten Kauf bereuen könnten. 

Neues Design

Bei vor zwei Jahren vorgestellten Macbook Pro M1 mit 13-Zoll setzte Apple auf ein seit 2016 kaum verändertes Design. Auch das aktuelle Macbook Air hat Apple seit 2018 nur in Details verändert – erst die neuen Macbook-Pro-Modelle mit 14- und 16-Zoll erhielten ein komplett neues Gehäuse mit mehr Schnittstellen und einer sogenannten „Notch“. Das soll sich 2022 ändern: Macbook Air 2022 und der Nachfolger des 13-Zoll-Macbook Pro sollen ein modernisiertes Design erhalten – und vermutlich fast rahmenlose 14-Zoll-Displays und eine verbesserte Center-Stage-Kamera. Wenig ist bisher über die neuen Macbooks bekannt, laut dem Leaker DylanDKT soll das Design des neuen Macbook Pro aber stark dem neuen 14-Zoll-Macbook Pro ähneln . Die Touchbar wird beim neuen "Macbook Pro Lite" wegfallen, sie wird aber nur von relativ wenigen Fans dieser Funktionsleiste vermisst werden.

Darum gibt es mehrere Macbook-Pro-Linien

Was schon viele verwirrt hat, ist die Existenz von mehreren Macbook-Pro-Linien: Apples neue Macbook Pro mit 14- und 16-Zoll-Bildschirm sind die Top-Linie, die Preise beginnen hier aber erst oberhalb 2000 €. Teuer sind diese Modelle aber auch deshalb, weil sie höchste Leistungsansprüche von Kreativen erfüllen sollen. Es gibt deshalb ein 16-Zoll-Modell, eine kleinere Version davon (das aktuelle 14-Zoll-Modell) und eine dritte Version mit einfacher Ausstattung, reduzierter Leistung und niedrigeren Preis, also gewissermaßen ein Art Macbook Pro Lite. Dieses Modell ist preislich zwischen Macbook Air und Macbook Pro angesiedelt und ähnelt eher dem Macbook Air. Für den Home-Office-Einsatz sind die Macbook Pro schließlich zwar gut geeignet, aber eigentlich fast "zu gut" und recht teuer. Mit ihren leistungsstarken CPUs bieten die beiden Modelle hohe Leistungsreserven, die für viele Anwender eigentlich gar nicht erforderlich sind, gerade angesichts kommender M2-Chips.

Die beiden neuen Macbook werden dagegen wieder deutlich günstiger sein: Das neue Macbook Air wird knapp 1200 €, das oberhalb des Macbook Air positionierte neue Macbook Pro etwa 1500 € kosten – also mindestens 500 Euro weniger als die Top-Macbooks. Was man dabei aber nicht vergessen sollte: Schon in der Basisversion sind die Top-Modelle gut ausgestattet und leistungsstark, die günstigen Basisversionen wird es dagegen wieder mit mageren 256 GB SSD-Speicherplatz und 8 GB RAM geben. (Was nach Meinung vieler knausriger Firmen und Bildungseinrichtungen völlig ausreicht). Auch beim Display wird Apple sparen, so werden die beiden Macbooks statt Mini-LED-Displays herkömmliche IPS-Panel (ohne HDR) und M2-Chip statt M1 Pro oder Max bekommen. Über die Schnittstellen ist leider ebenfalls wenig bekannt, eventuell erhält das neue Macbook Pro zumindest eine Schnittstelle für Speicherkarten.

Vollgasfest

Ein Nachteil der Sparmodelle gegenüber den Voll-Pro-Macbooks: Apples „Voll-Macbook Pro“-Modelle haben keine Probleme mit hoher Dauerlast und eignen sich etwa für einen Nutzer, der den ganzen Tag Videomaterial rendert oder 3D-Grafiken erstellt. Die Top-Modelle erhalten dazu ein aufwendiges Kühlsystem, das trotz Volllast leise bleibt. Bei günstigen Macbook Pro ist dieses System meist simpler und lauter, das aktuelle Macbook Air kommt sogar ganz ohne Lüfter aus. Bei hoher Auslastung und hoher Erwärmung wird dann von System einfach die CPU-Leistung reduziert. Im Home-Office und bei Teams-Sitzungen ist dies kein Problem und beim Air bleibt dadurch die Geräuschbelästigung immer bei Null. Für einen Videocutter mit knappem Abgabetermin sorgt diese Abregelung aber schnell für Frust. Zielgruppe sind bei diesen Modellen deshalb wohl weniger die Final-Cut-Pro-Profis, als die große Mehrheit der Privatanwender, das Home Office und Studenten.

Neue Webcam

Wie fast alle aktuellen Macs und iPads werden die neuen Macbooks Apples neues Center-Stage-Kameras erhalten. Das sollten Sie nicht unterschätzen, bei einer Videokonferenz machen Sie damit einen besseren Eindruck und dank des optionalen Weitwinkel-Modus stehen Ihnen bei Präsentation ganz neue Blickwinkel zur Verfügung.

M2-Chip

Statt den leistungsstarken, aber teuren M1 Pro und M1 Ultra der Macbook Pro werden die neuen Geräte den Nachfolger des M1-Chips erhalten – den neuen M2 mit weniger Hochleistungskernen und weniger Grafikkernen als M1 Pro und Max bieten. Dieser sollte aber wie schon der M1-Chip genügend Leistung bieten, auch für anspruchsvolle Aufgaben wie Videoschnitt oder Gaming. Gegenüber dem 2020 vorgestellten M1-Chip soll der Nachfolger zudem deutlich höhere Leistung bieten, ebenso mehr Grafikleistung und auch eine bessere CPU-Leistung. Ein weiterer Unterschied zu M1 Pro und Ultra: Er wird in günstigen Versionen mit 8 GB RAM zu haben sein, eine Version mit 32 GB RAM ist dagegen noch ungewiss.

Fazit:

Beim Kauf eines Macbook Pro oder Macbook Air machte man eigentlich nichts falsch. Aktuell würden wir aber das Erscheinen der Nachfolgemodelle abwarten, denn allein die verbesserte CPU und das neue Design sollte einem dies wert sein. Vielleicht hat Apple auch einige kleinere Macken der ersten M1-Versionen ausgemerzt, etwa bei der Unterstützung externer Monitore. Ist man allerdings ein Fan der Touchbar, ist dies vielleicht die letzte Chance, noch ein Modell mit dieser Spezial-Leiste zu bekommen. Aber selbst dann könnte sich das Warten lohnen  – gibt es doch nach Erscheinen der neuen Modelle oft gute Preise für die „Auslaufmodelle“.

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