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Update: Sixt dementiert höhere Car-Sharing-Preise für iPhone-Nutzer

20.03.2019 | 11:03 Uhr | Stephan Wiesend

Nach einem Bericht der "Welt" muss ein iPhone-Nutzer beim Carsharing unter Umständen mehr zahlen, Sixt widerspricht.

Update vom 20. März

In einer E-Mail an die Redaktion hat Sixt jetzt auf unseren Artikel reagiert und bestreitet, dass iPhone-Nutzer benachteiligt werden: Laut Sixt werde der Preis zwar je nach Route dynamisch angepasst, nicht jedoch personenbezogene Daten wie das Betriebssystem des Nutzers berücksichtigt:„ Um unseren Kunden die bestmögliche Verfügbarkeit zu garantieren, können die Preise deshalb in Abhängigkeit der zeitlichen und örtlichen Nachfrage variieren – egal ob das Preismanagement manuell oder durch Hilfe von künstlicher Intelligenz durchgeführt wird. Personenbezogene Daten, wie zum Beispiel das Betriebssystem eines Smartphones, spielen für die aktuelle Preisermittlung keine Rolle.“ Sixt-Kunden sollten also am iPhone- und Android-Smartphone die gleichen Preise sehen, das Beispiel des Technikvorstandes war wohl etwas unglücklich gewählt.

Ursprünglicher Artikel

Carsharing ist in Großstädten ein heiß umkämpftes Geschäft, seit Anfang März ist nun auch der Dienst Sixt Share in Hamburg und Berlin aktiv. Wie in einem Bericht der Zeitung "Welt " erwähnt wird, zahlen allerdings iPhone-Nutzer hier unter Umständen mehr als Android-Nutzer. Der Grund: Wie der Strategievorstand Alexander Sixt im Artikel erläutert, wird der Preis pro Minute von einer künstlichen Intelligenz festgelegt, die Nutzerdaten wie Nachfrage, Wetter, Ort und Gerät berücksichtigt. Erkennt die KI einen Nutzer mit iPhone, erhält dieser dann unter Umständen ein schlechteres Angebot als ein Android-Nutzer. Jeder Kunde erhalte also einen individuellen Tarif, nur so könne der Carsharing-Dienst profitabel arbeiten.

Unsere Meinung:

Gute Werbung für Sixt ist das gerade nicht, zumindest gibt der Münchner Konzern seine Preisgestaltung aber offen zu. Das Konzept ist außerdem nicht neu, andere Dienste wie Fluglinien und viele Webshop verwenden ebenfalls so genanntes Dynamic Pricing um Rabatte gezielt zu verteilen. Auch Uber nutzt schließlich keine Festpreise und nimmt für die Fahrt am Silvester-Abend deutlich mehr. Für den iPhone-Nutzer gibt es leider wenig Möglichkeiten sich zu wehren: Surft man mit Safari, kann man (per User Agent) einen PC-Browser vortäuschen, viele Dienste sind aber nur per App verfügbar – und dann lässt sich das Nutzergerät kaum verschweigen.

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