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Warum das neue Macbook Pro anders heißen müsste

13.06.2022 | 08:40 Uhr | Halyna Kubiv

Die neuen Macbooks werden erst im Juli verfügbar sein, doch schon jetzt stellt Apples Auswahl manch Nutzer oder Nutzerin vor Probleme.

Klickt man auf die aktualisierte Mac-Seite im Apple Store, präsentiert der Hersteller beim ersten Vergleich drei Einstiegsmodelle seines Macbooks: das Macbook Air von 2020 mit M1 für 1.199 Euro, das Macbook Air von 2022 mit M2 für 1.499 Euro und das Macbook Pro von 2022 mit M2 für 1.599 Euro. 

Geht man nur nach dem Preis, ist das Macbook Air M1 sicherlich die erste Wahl. Bei Apples Preisen kann man erwarten, dass die Dritt-Händler bald mit Rabatten kommen und der Preis nochmals um wenige Prozentpunkte sinkt. Doch bei den M2-Rechnern muss man sich schon intensiver den Kopf zerbrechen. Das Macbook Air hat den gleichen Prozessor, bietet jedoch einen besseren Bildschirm, bessere Facetime-Kamera, Magsafe-Anschluss und eine Schnellladefunktion. Und kostet sogar um hundert Euro weniger als das neue Macbook Pro! 

Der Vergleich mit dem Macbook Pro 14 Zoll gestaltet sich noch schwieriger: Abgesehen von den M1-Pro und M1-Max-Chips, die mehr Leistung liefern, muss das neue Macbook Pro Abstriche beim Display (Retina vs. Mini-LED), Arbeitsspeicher und Speicher, Anschlüssen (Thunderbolt 4 vs. 3) und wiederum schnellem Aufladen machen, allerdings kosten diese Unterschiede gleich mal 650 Euro mehr. 

Die Leistung macht dann doch den Unterschied

Doch auch das Macbook Pro M2 wird sich als Arbeitsrechner lohnen: Anders als die beiden neueren Rechner brilliert er mit der unschlagbaren Akkulaufzeit: Zwei Stunden mehr Akku als das neue Macbook Air, drei bis sechs Stunden mehr als das Macbook Pro 14 Zoll. Der Akkulaufzeit-Vergleich mit dem 14-Zöller ist besonders irrsinnig: Apple hat es geschafft, die Akkulaufzeiten um mehrere Prozentpunkte zu verbessern und gleichzeitig den Akku zu verkleinern: Das Macbook Pro M2 hat eine Batterie mit 58,2 Wattstunden Fassungsvermögen, das Macbook Pro 14 Zoll – einen Akku mit 70 Wattstunden! Wir sind uns nicht sicher, ob da nicht schwarze Magie im Spiel ist…

Unser Autor Stephan Wiesend hat zudem spekuliert, dass das Macbook Pro etwas schneller im Vergleich zum Air wird . Dieser Gewinn kommt vom aktiven Kühlsystem, das bei Spitzenleistungen den Prozessor besser mit kalter Luft versorgt und so thermale Drosselung verhindert. 

Die Fans der Touchbar werden wohl blind zum Macbook Pro M2 greifen, denn Totgesagte leben länger. Ihr Tod wurde der Touchbar seit zumindest zwei Jahren vorhergesagt , doch mit dem neuesten Modell sind dem interaktiven Streifen an der Tastatur noch bestimmt zwei bis drei Jahre gegönnt. 

Doch trotz aller Vorteile und besonders im Vergleich mit dem aktuellen Macbook 14 Zoll hat das neue Gerät seinen Zusatz "Pro" nicht verdient. Wir wissen nicht, warum Apple bei seinen Macs nicht seine Erfolgsserie der Einstiegsgeräte vorsetzt. Denn das aktuelle Macbook Pro M2 ist ein klassisches SE-Gerät: Leistungsstark im Inneren, mit den neuesten Chips, mit einigen Abstrichen bei der Hardware und zu einem unschlagbaren Preis. Das Macbook Pro M2 werden wir bestellen, sobald es verfügbar ist, aber auch vor einem Macbook SE würden wir ebenfalls nicht zurückschrecken. 

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