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Warum eine Apple Aktie eigentlich 24.000 Dollar wert ist

05.08.2020 | 09:01 Uhr | Stephan Wiesend

Ende August wird Apple einen Aktiensplit durchführen, aus zehn Apple-Aktien werden dann vierzig.

Einige Aktien sind für privater Anleger schlicht zu teuer: Ein Anteilsschein der für seine Goldhasen bekannten Herstellers Lindt kostete bei Redaktionsschluss 77 700 Schweizer Franken, auch eine Aktie von Amazon kostet mit über 3100 Euro eine stolze Summe.
Für Privatanleger könnte sogar ein Preis von über 400 Dollar abschreckend sein, Apple hat deshalb einen sogenannten Aktiensplit angekündigt: Um die Aktie „für eine breitere Investorenschicht zugänglicher“ zu machen, wird ab 31. August die Apple-Aktie aufgesplittet. Der Wert einer Apple-Aktie beträgt dann ein Viertel des vorherigen Aktienwerts zu diesem Zeitpunkt wohl um die hundert Dollar. Jeder Besitzer einer Aktie erhält automatisch drei zusätzliche Aktien, aus fünf Aktien werden dann zwanzig. Der Wert bleibt gleich, schon die Ankündigung hat aber zu einem kleinen Kurssprung geführt. Auch im Jahr 2000 hatte es nach der Ankündigung eine kleine Kurssteigerung gegeben, ebenso in den Jahren 2005 und 2014.

Das ist nicht der erste Aktiensplit von Apples Aktie, schon 1987 war der erste Aktiensplit erfolgt, meist handelte es sich aber um die Verdoppelung der Aktien, nach starken Kursgewinnen dann aber 2014 sogar schon einen Split in sieben Aktien.  Ohne diese Aufteilungen würde die Apple-Aktie heute nämlich  24.000 Dollar oder knapp 22.000 Euro kosten. Oder anders gerechnet: Hatte man 1987 ein Apple-Aktie, hätte man durch die Aufteilungen heute bereits 224 Stück.

Auf das Kursbild wird der Split keine Auswirkungen haben, im Aktienchart wird der Kurs der Aktie nicht plötzlich von 400 auf 100 Dollar „abstürzen“. Dies wird von den Börsen automatisch ausgeglichen. Aufwendiger wird die Umrechnung aber wohl für einen Index wie den Dow Jones, der ebenfalls die Umrechnung des Apple-Kurses berücksichtigen wird – vermutlich durch einen Umrechnungsfaktor . Würde der Index doch sonst ebenfalls deutlich an Wert verlieren. So wird dieser US-Index durch den Gesamtwert von 30 Aktienwerten errechnet, Apple ist der größte Aktienwert und macht allein zehn Prozent des Indexwertes aus. Zusammen mit anderen Tech-Werten war Apple deshalb mit für die gute Entwicklung des Dow Jones verantwortlich.

Ob der Aktiensplit die Aktie aber wirklich „zugänglicher“ macht und die Aktie mit einem Preis von knapp hundert Dollar häufiger gekauft wird, können auch Börsenfachleute nicht vorhersagen. Der Kursanstieg nach der Ankündigung hat diesen Effekt vielleicht schon vorweggenommen. Vielleicht ist heutzutage eine solche Reduzierung des Kaufpreises auch gar nicht mehr so wichtig wie bei früheren Aktionen: Kleinanleger kaufen Apple-Aktien heute oft über einen so genannten ETF oder einen Aktiensparplan, bei dem die Aktien schon automatisch aufgeteilt werden. So besitzen viele Anleger (und auch der Autor) über ETFs auf Basis des MSCI World und S&P 500 automatisch auch Anteile von Apple – viele Anleger wohl sogar, ohne es zu wissen. So hatte der hohe Kaufpreis auch keine Auswirkungen auf die Beliebtheit der Amazon-Aktie zu haben, die übrigens auch schon drei Aktiensplits (1999, 1999 und 1998) hinter sich hat.

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