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Warum fast jeder Airtags braucht

28.04.2021 | 15:30 Uhr | Halyna Kubiv

Es gibt zwei Arten von Menschen: Solche, die ihren Geldbeutel schon verloren haben und solche, denen das noch bevor steht.

Ich habe meinen Geldbeutel zweimal im Leben verloren, beim ersten Mal konnte ich ihn wieder finden, beim zweiten Mal hat alles Suchen und Support-Nachfragen bei Uber nichts gebracht. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin keine schusselige Person, mein Arbeitstisch ist aufgerĂ€umter als bei manchen der Kollegen, ich vergesse auch recht wenig, vor allem wenn ich das versprochen habe. Es gibt aber ein paar Wochen im Jahr, wo ich nicht weiß, wo mein Kopf steht: Da ist der Kollege MĂŒller im Urlaub, die Arbeitsbelastung wird so groß, dass ich gegen Ende der zweiten Woche nur schlecht schlafen kann, der Kopf brummt nur noch von den Gedanken, was noch gemacht werden muss und vor allem wann. An einem von solchen Tagen bin ich nach Hause gekommen, SchlĂŒssel hatte ich in der Hand, den Geldbeutel nicht. Alles Gesuche half nicht, ich habe sogar an der Stelle, wo ich den Beutel verloren haben könnte, eine Anzeige aufgehĂ€ngt, das war jedoch vergeblich. In solchen FĂ€llen ist es nicht mal um das Geld schade, doch in der Regel sind unsere Börsen wie iPhones, dort sind persönliche Unterlagen, Tickets etc. deponiert, deren Wiederherstellung bei Behörden nur langwierig und teils kostspielig ist. Von diesem Zeitpunkt habe ich von einem GerĂ€t wie den Airtags getrĂ€umt. Denn sie haben gegenĂŒber anderen GerĂ€ten und Systemen einige Vorteile:

Offline-Findung per iOS-Netzwerk

Die Airtags brauchen nicht mal online oder im GPS-Netz zu sein, sie funken per Bluetooth-Protokoll und melden ihre Anwesenheit bei vorbei getragenen iPhones und iPads an. Da Apple mittlerweile mit einer Milliarde aktiven iOS-GerĂ€te angibt, ist die Chance selbst in einer entlegenen Ecke nicht schlecht, dass frĂŒher oder spĂ€ter ein SpaziergĂ€nger sein iPhone Gassi fĂŒhrt und so Ihr Airtag seinen Standort verraten kann.

Der Kollege Wallburg vertritt eine andere Meinung, demnach braucht niemand Airtags. Warum das so ist, lesen Sie hier.

KompatibilitÀt mit Android-Smartphones

Und selbst wenn nicht, meldet sich ein verlorener Airtag nach drei Tagen mit einem Signalton, sodass jeder das smarte PeilgerĂ€t auffinden kann. Selbst ohne iPhone kann man den Inhaber kontaktieren, entweder per Seriennummer oder ĂŒber ein NFC-Signal, das auch Android-Handys lesen können. Apple hat hier Gott sei dank nicht lumpen lassen, und fĂŒr Extrem-FĂ€lle eine Schnittstelle fĂŒr andere Systeme vorgesehen.

"Dumme" GegenstÀnde werden smart

Aus der Funktionsweise, kurz angerissen in den vorgehenden AbsĂ€tzen, ergibt sich die Digitalisierung solcher GegenstĂ€nde, die bislang nicht digitalisiert werden konnten, in Ermangelung an Chips, Sensoren und anderer Elektronik: RĂŒcksĂ€cke, große Musikinstrumente, die von Ort zu Ort geschleppt werden sollten, eben Geldbeutel, ReisegepĂ€ck, FahrrĂ€der und vieles mehr. Das, was frĂŒher nur mĂŒhsam oder gar nicht auffindbar war, wird mit Airtags deutlich sichtbarer.

Die Airtags sind relativ erschwinglich

Ok, die Tiles, der nĂ€chste Wettbewerber von Airtags auf dem Markt ist noch etwas billiger: FĂŒr den Zweier-Pack von Tiles Pro zahlt man etwas mehr als vierzig Euro . Ein Airtag kostet 35 Euro, typisch fĂŒr Apple muss man dazu noch einen Adapter 
 verzeihen Sie 
 einen AnhĂ€nger kaufen, weil der Hersteller bei seinem runden Wunder keine Öse oder kein Loch vorgesehen hat. Gut, dass man das Geld fĂŒr AnhĂ€nger nicht mehr Apple in den Rachen werfen muss, sondern schon jetzt auf Dritt-Hersteller greifen kann. Wir sind uns sicher, dass mit der Zeit kreative Köpfe auf lustige bis elegante Ideen fĂŒr die Airtags-AnhĂ€nger kommen werden.

Airtags-Zubehör: gĂŒnstiger als bei Apple

Der Weihnachtsbaum ruft

Eigentlich sollte ich in der Redaktion wetten, dass ich den ersten Geschenktipp fĂŒr Weihnachten noch vor Mai veröffentliche und niemand sich darĂŒber beschwert. Aber darauf kann man recht sicher spekulieren, dass vor allem die Vierer-Packs von Airtags sich recht oft unter einem Weihnachtsbaum finden werden, neben den fast schon obligatorischen Airpods und gelegentlich einer Apple Watch.

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