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Was wäre, wenn Apple den Lightning-Port abschafft?

12.12.2019 | 13:36 Uhr |

Angeblich verzichtet Apple beim iPhone im Jahr 2021 auf einen Lightning-Anschluss. Dabei handelt es sich zwar bisher nur um ein Gerücht, doch die Vergangenheit zeigt, dass Apple Entscheidungen bezüglich seiner Produkte trifft, die auf den ersten Blick nicht wirklich nachvollziehbar erscheinen. Wir erklären, welche Vor- und Nachteile ein iPhone ohne Lightning-Port hätte.

Denkt Apple, dass ein einzelner iPhone-Anschluss immer noch ein Anschluss zu viel ist? Wenn es nach dem bekannten Apple-Analysten Ming-Chi Kuo geht, dann ja. Laut Kuo plant Apple nämlich für 2021 ein High-End-iPhone ohne Lightning-Anschluss. Dass Apple sich des Lightning-Ports entledigen will, ist nicht gerade verwunderlich: Möglicherweise will Apple auch dem iPhone einen USB-C-Anschluss spendieren – genau wie beim iPad Pro. Kuo glaubt jedoch, dass Apple andere Pläne verfolgt. Demnach will Apple in naher Zukunft gänzlich auf Anschlüsse verzichten.

Dies mag weit hergeholt klingen. Aber wir sprechen hier von dem Unternehmen, welches vor ein paar Jahren die Kopfhörerbuchse vom iPhone verbannt hat. Auch diese Entscheidung hätte man von Apple niemals erwartet. Vielleicht sollte man dieses Gerücht also etwas ernster nehmen.

Was bezweckt Apple damit?

Die wichtigste erste Frage lautet: Warum sollte Apple sich dafür entscheiden? Hier ein paar Ideen:

Ästhetik und Unternehmensphilosophie

Wir hoffen, dass das Unternehmen aus einigen seiner jüngsten Fehltritte gelernt hat und den letzten verbliebenen Port nicht nur deswegen löscht, weil Ports hässlich aussehen und die Symmetrie brechen und dass das platonische Ideal eines Gerätes einem ohne sichtbare Knöpfe oder Ports entspricht.

Mehr technischer Spielraum

Ähnlich wie damals bei der Kopfhörerbuchse würde das Entfernen des Lightning-Anschlusses mehr Platz im Inneren des Telefons schaffen; etwa für andere Technologien oder einen größeren Akku. Vielleicht noch wichtiger ist, dass sich der Lade-Port an einer ganz bestimmten, gut zu erreichenden Stelle am äußeren Rand eines Produkts befinden muss. Wenn dieser wegfallen würde, gewinnt man nicht nur mehr Platz, Apples Ingenieure hätten auch mehr Freiheiten, was die Positionierung von Komponenten im Geräteinneren betrifft.

Eine Fehlerquelle weniger

Es gibt zwar nicht gerade viele Berichte darüber, dass Lightning-Anschlüsse defekt sind – aber es kommt durchaus zu Ausfällen. Je weniger Ports der Außenwelt ausgesetzt sind und nicht kaputt gehen können, desto weniger iPhones müssen aus diesem Grund repariert werden.

Komplett wasserdicht

Seit einigen Jahren erhöht Apple die Wasser- und Staubresistenz seiner iPhones. Dies ist zwar ein positiver Trend, aber Apple ist noch immer nicht bereit, iPhones zu ersetzen, die aufgrund von Wasserschäden den Geist aufgegeben haben. Wenn Sie Ihr iPhone in die Toilette oder in eine Pfütze fallen lassen, ist es laut Apple Ihre Schuld, egal wie wasserdicht das iPhone sein sollte. Vielleicht ist die Entfernung des Lightning-Ports ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem iPhone, das wirklich wasserdicht und nicht nur resistent ist.

Wie wir Lightning einsetzen

Reicht einer der genannten Punkte aus, um das Entfernen des Lightning-Anschlusses zu rechtfertigen? Das können wir nur beantworten, wenn wir darüber nachdenken, wie der Port heute genutzt wird. Die folgenden Punkte sprechen gegen die Entfernung des Lightning-Ports:

Aufladen

Ja, Qi-Laden ist eine Option. Ich habe zwei Qi-Ladegeräte. Aber wenn das iPhone schnell aufgeladen werden muss, sind Kabel effektiver. Und wie soll man sein iPhone unterwegs laden, wenn es keinen Ladeanschluss gibt? Müssen wir dann unsere externen Powerbanks und USB-Ladegeräte in Autos, Flughäfen und Flugzeugen durch ineffiziente Qi-Ladegeräte ersetzen?

Notfallwiederherstellung

Haben Sie jemals versucht, eine Apple Watch wiederherzustellen, die aufgrund einer watchOS Beta funktionsunfähig war? Das geht nicht, denn es gibt kein Äquivalent zum Gerätereset wie auf dem iPhone und iPad, wo man ein Gerät über ein Kabel verbindet und einfach wiederherstellen kann. Stellen Sie sich ein iPhone vor, das auf diese Weise nicht zurückgesetzt werden kann.

USB-Konnektivität

Ich übertrage heutzutage keine großen Dateien zwischen meinen Mac- und iOS-Geräten über ein Lightning-Kabel, da AirDrop ziemlich schnell und bequem ist. Aber einige Nutzer synchronisieren immer noch Daten zwischen Mac und iPhone und kabelgebundene Verbindungen sind viel stabiler. Sie können auch fast jedes USB-Gerät über einen Adapter an ein iPhone anschließen und Elemente wie Musikinstrumente, Mikrofone, Ethernet-Adapter und so ziemlich alles andere hinzufügen, was Ihnen einfällt. Es ist schwer, sich ein zukünftiges iPhone Pro vorzustellen, das ein professioneller DJ oder Musiker wegen fehlender USB-Konnektivität nicht nutzen kann.

CarPlay

Die Unterstützung für Wireless CarPlay wurde vor Jahren angekündigt. Doch auch heute kommen die meisten CarPlay-Geräte nicht ohne physische Verbindung aus. Es ist schwer vorstellbar, dass Apple ein iPhone herausbringt, das mit der Mehrheit der Autos nicht kompatibel ist.

Wägt man die Pro- und Contra-Punkte gegeneinander ab, fällt es schwer zu glauben, dass Apple tatsächlich ein iPhone ohne Anschluss auf den Markt bringen wird. Realistischer ist da schon die Vermutung, dass Apple bei seinen Smartphones auf USB-C umsteigt. Darüber hinaus könnte man die Fragen stellen, ob Apple wirklich den Lightning-Anschluss verändern oder abschaffen muss. Schließlich hat dieser seit der Einführung im Jahr 2012 gute Dienste geleistet.

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