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Wegen Leaks: Apple überwacht Mitarbeiter mit Kameras

29.06.2021 | 09:55 Uhr |

Der von Apple als so wichtig angesehene Schutz der Privatsphäre gilt anscheinend nicht für die eigenen Mitarbeiter: Diese müssen angeblich Kameras an den Körpern tragen, damit keine geheimen Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Jon Prosser ist eigentlich dafür bekannt, auf Youtube oder über seine neue Webseite "Front Page Tech" die neuesten Apple-Produkte zu leaken. Nun konfrontiert Prosser Apple jedoch mit dem Vorwurf, die eigenen Mitarbeiter auszuspionieren, um eben genau diese Leaks zu verhindern.

Man kann Apple in gewisser Weise verstehen: Es muss extrem frustrierend sein, wenn die neuesten Produkte und Ideen bereits vor der offiziellen Vorstellung auf einem Apple Event an die Öffentlichkeit geraten. Dass Leute wie Prosser nicht gerade zu Apples Lieblingskunden zählen, ist daher wohl nicht gerade verwunderlich. Zuletzt kursierten etwa dank Prosser Renderbilder im Netz, die das Design der Airtags oder der neuen iMacs zeigten. Die Überraschung war entsprechend nicht sonderlich groß. Bei der Entwicklung des ersten iPhone war Steve Jobs so vorsichtig, dass er schon vor gut 14 Jahren entsprechende Sicherheitsvorkehrungen traf. Lesen Sie mehr dazu in " Warum in den 2000ern Apple-Mitarbeiter verschwanden ".

Es ist auch noch nachvollziehbar, dass Apple versucht, auf juristischem Wege dafür zu sorgen, dass solche Informationen auch geheim bleiben, allerdings scheint Apple mit dem neuesten Versuch, die Leaks einzudämmen, eine Grenze überschritten zu haben. 

Mitarbeiter müssen Polizei-ähnliche Körperkameras tragen

Axon Body 2
Vergrößern Axon Body 2
© Axon

Laut Front Page Tech müssen manche Mitarbeiter "Polizei-taugliche" Kameras an ihren Körpern tragen, um sicherzustellen, "dass Apples Hardware-Geschäftsgeheimnisse nicht in die Hände von Leakern wie Jon Prosser fallen." Angeblich handelt es sich hierbei um eine Kamera ähnlich der Axon Body 2, die normalerweise bei der US-amerikanischen Polizei zum Einsatz kommt. 

"Mit Axon Signal-Technologie, einem 2-minütigen Pre-Event-Puffer und einer intuitiven Benutzeroberfläche kümmert sich unsere Axon Body 2 um die Aufnahme, während sich die Beamten auf ihren Einsatz konzentrieren können", bewirbt der Hersteller die Axon Body 2. "Mit HD-Aufnahme, erweitertem Audio und einfachem Hochladen auf Evidence.com ist es die ideale Videolösung für Einsatzkräfte weltweit." 

Front Page Tech bezieht sich auf Quellen, wonach Apple diese Vorschrift schon seit mindestens ein paar Wochen an seine Teams weitergegeben habe: "Um das klarzustellen: nur bestimmte Apple-Teams. Nicht alle Apple-Mitarbeiter müssen die hochentwickelte Technologie tragen. Dies steht im Einklang mit der jüngsten Aktion des Unternehmens, bekannte Apple-Leaker wie Kang auf der beliebten chinesischen Microblogging-Website Weibo und sogar Konzeptkünstler wie Concept Creator Jermaine ins Visier zu nehmen", so Prossers Team.

Die Ironie an der ganzen Sache: Ausgerechnet der Leaker, dem Apple mit dieser drastischen Maßnahme keine Informationen mehr zuspielen wollte, brachte diese Informationen nun als Erster an die Öffentlichkeit. 

Bisher wurde dieser Vorwurf von keiner weiteren Quelle bestätigt, weshalb noch recht viele Fragen offen sind. Sofern der Vorwurf stimmen sollte, können die Mitarbeiter, die zum Tragen dieser Kameras angeblich gezwungen werden, diese bei Bedarf auch abschalten? Etwa wenn sie zur Toilette gehen? Verhindert eine solche Kamera tatsächlich Leaks? Schließlich könnten die Mitarbeiter die Leaks auch einfach von zu Hause aus verbreiten. 

Apple hat die Vorwürfe bisher noch nicht kommentiert. 

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