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Wegen Sanktionen: Uraltes iPad mit Hammer zerdeppert

03.03.2022 | 13:15 Uhr | Peter Müller

Auf berechtigte Sanktionen kann man mit einem Politikwechsel reagieren - oder sinnlos für Scherben und Feuergefahr sorgen.

Im Netz macht laut Apple Insider gerade ein Video die Runde, das offenbar von einem russischen Staatsmedium stamme und einen Russen (in zivil) zeigt, der als Reaktion auf die Sanktionen Apples ein iPad mit einem Hammer zerstört. "Seht her, wir brauchen eure Produkte nicht, ihr könnt uns gar nix!" soll das Propagandamaterial, dem wir hier keine weitere Reichweite geben wollen, wohl aussagen.

Aber dieses kurze Video ist wie andere Propaganda auch ein Eigentor, da es unreflektierte Inkonsequenz zeigt: Das iPad im Bild ist offenbar das Original von 2010 und somit längst Altmetall und -glas. Es besteht bei Aktionen dieser Art die Gefahr, dass man die Batterie zerstört und diese beim Kontakt mit dem Sauerstoff in der Luft Feuer fangen könnte – was in dem Fall offenbar nicht passiert ist.

Vor allem fragt man sich, ob Putin-Anhänger in Russland  jetzt ihre Dell-Computer und -Monitore mit dem Hammer behandeln oder aus den Fenstern werfen – und nicht nur Dell hat sich den Sanktionen angeschlossen. Ersatz für die aus Protest gegen Sanktionen zerstörten Geräte – die bekanntlich in Folge der russischen Aggression verhängt wurden –  bekommen die Protestler nicht mehr. Apple hat seine Verkäufe in Russland eingestellt, nicht nur Apple ist hier konsequent .  Die IT-Industrie insgesamt zeigt sich recht einig in der Bewertung des Angriffskrieges Russlands, wobei noch mehr Maßnahmen möglich wären, wie etwa die komplette Schließung von App Store und Google Play Store.

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