2630120

Welche Versprechen Apple 2021 nicht eingehalten hat

07.12.2021 | 14:40 Uhr | Halyna Kubiv

Apple ist meist zuverlässig, was die zeitlichen Versprechen anbelangt. Selbst Skeptiker waren verwundert, als die Apple Watch 7 Anfang Oktober erschien. Anders verhält es sich bei der Software.

Die Vorgehensweise von Apple bei größeren Software-Updates hat sich in den letzten Jahren etwas geändert. Früher brachte der Entwickler eine große Aktualisierung heraus und veröffentlichte dann in den nächsten ein bis zwei Jahren kleinere Punkt-Updates, um Fehler zu beheben und gelegentlich kleinere Funktionen hinzuzufügen, gefolgt von einer langen Reihe von Sicherheitsaktualisierungen. Im Laufe des letzten Jahrzehnts wurden diese Hauptversionen zu jährlichen Versionen, die aber immer noch die meisten der versprochenen Funktionen auf einmal lieferten.

Heutzutage, wo mehrere große Softwareplattformen auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen, ist das Unternehmen allmählich zu einer Strategie der großen Softwareveröffentlichungen übergegangen, die die meisten der Funktionen enthalten, die das Unternehmen auf seiner jährlichen Worldwide Developers Conference ankündigt. Allerdings schaffen es eine Handvoll dieser Hauptfunktionen nicht in die erste Version, sondern werden in den darauf folgenden Monaten in einer Vielzahl von Updates freigegeben.

So war es auch bei iOS 15, iPadOS 15 und macOS Monterey. Einige der ehrgeizigsten Funktionen sind noch nicht veröffentlicht, und da das Jahr 2021 sich seinem Ende neigt, fragen sich nicht wenige Nutzer, ob wir diese Funktionen in diesem Jahr überhaupt noch sehen werden.

Universelle Steuerung oder Universal Control

Wie der Kollege Jason Snell vergangene Woche schrieb , ist Universal Control eine der wichtigsten Funktionen, die bei der Veröffentlichung von macOS Monterey und iPadOS 15 nicht berücksichtigt wurde. Diese beeindruckende Funktion ermöglicht es Benutzern, eine Kombination von Macs und iPads mit nur einer Tastatur und einer Maus zu steuern und nahtlos zwischen ihnen hin- und herzuspringen.

Am merkwürdigsten von all diesen fehlenden Funktionen ist, dass Universal Control – das auf Apples Marketingseiten immer noch als "später in diesem Herbst" angekündigt wird – in den Betas von macOS Monterey kaum auftaucht. (In einer Vorabversion konnte man sie mit einem Terminal-Trick aktivieren, aber sie war eindeutig noch nicht reif für alle Nutzer). Wenn Apple diese Funktion nicht in den nächsten Wochen in vollem Umfang und ohne Betatests herausbringt, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass die selbst gesetzte Frist eingehalten werden kann.

Universal Control wird anscheinend nicht "diesen Herbst" verfügbar sein.
Vergrößern Universal Control wird anscheinend nicht "diesen Herbst" verfügbar sein.
© Apple

Share Play

Share Play war eine der größten Ankündigungen von Apple auf der diesjährigen WWDC. Die plattformübergreifende Funktion versprach, es einfach zu machen, eine Vielzahl von Aktivitäten, vom Ansehen von Videos über Podcasts bis hin zur Bildschirmfreigabe, mit einem anderen Benutzer während eines Facetime-Anrufs zu teilen. Während Share Play mit dem iOS 15.1 Update auf iPhones und iPads Einzug gehalten hat, ist es für macOS noch nicht verfügbar.

Das wird sich aber wahrscheinlich bald ändern. Share Play ist in den aktuellen Betas für macOS Monterey 12.1 enthalten, die schon seit einigen Wochen im Umlauf sind. In Anbetracht des Status dieses Updates ist es wahrscheinlich, dass es in nicht allzu ferner Zukunft für Mac-Nutzer verfügbar sein wird.

App-Datenschutzbericht

Mit iOS 14 fügte Apple die Möglichkeit hinzu, dass Nutzer Apps bitten können, sie nicht zu verfolgen – eine Entwicklung, die von Facebook nicht gerade mit Freude aufgenommen wurde. Die diesjährige Ankündigung, dass iOS einen App-Datenschutzbericht in den Einstellungen anbieten wird, der genau anzeigt, welche Berechtigungen Apps anfordern und wie oft, wird wahrscheinlich auch beim Social-Media-Giganten nicht gut ankommen.

Der App-Datenschutzbericht sollte bald auf iPhones und iPads erscheinen, da er in den aktuellen Betas von iOS 15.2 bereits funktioniert. Wie macOS 12.1 scheint auch dieses Update kurz vor der Veröffentlichung zu stehen, was bedeutet, dass es wahrscheinlich irgendwann in den nächsten Wochen erscheinen wird.

Der App-Datenschutzbericht in iOS 15 bietet einen detaillierten Überblick darüber, wie Apps deine Daten und Sensoren nutzen.
Vergrößern Der App-Datenschutzbericht in iOS 15 bietet einen detaillierten Überblick darüber, wie Apps deine Daten und Sensoren nutzen.
© Apple

Digitaler Nachlass

Eine weitere Funktion, die Apple für seine neuesten Plattform-Updates angekündigt hat, ist das Digital Legacy Programm. Es soll den Zugriff auf die Apple-ID eines geliebten Menschen nach dessen Tod vereinfachen. Es ermöglicht den Nutzern, eine Kontaktperson für das Vermächtnis anzugeben, die dann mit einem Wiederherstellungscode den Zugriff auf das Apple-Konto anfordern kann.

Wie der App-Datenschutzbericht befindet sich auch diese Funktion derzeit in der Beta-Version von iOS 15.2, sodass sie noch vor Ende des Jahres verfügbar sein sollte.

Swift Playgrounds 4

Wenn es auf der diesjährigen WWDC-Keynote einen Aha-Moment gab, dann war es wohl die Ankündigung, dass Nutzer mit der neuesten Version von Swift Playgrounds  Apps für das iPad auf dem iPad erstellen können. Dies ist das erste Mal, dass dies für die mobilen Plattformen von Apple möglich ist, und auch wenn die betreffenden Apps wahrscheinlich nicht dieselben Funktionen nutzen können, wie die mit Xcode erstellten, ist es dennoch ein Meilenstein.

Aber dieser Meilenstein wird noch ein wenig warten müssen. Swift Playgrounds 4 ist immer noch nicht verfügbar, obwohl jüngste Berichte darauf hindeuten, dass einige Entwickler eingeladen wurden, eine Betaversion zu testen . Auf Apples Marketingseite für iPadOS 15 heißt es lediglich, dass das Update "später im Jahr 2021" erscheinen wird.

Xcode Cloud

Apropos Apps erstellen: Apple hat im Juni einen neuen Dienst für Entwickler angekündigt: Xcode Cloud. Dieses System, das in die Xcode-App integriert ist, ist ein "kontinuierlicher Integrations- und Bereitstellungsdienst", der Cloud-basierte Tools verwendet, um den App-Entwicklungsprozess effizienter zu gestalten. Beispielsweise können Entwickler ihre Apps in der Cloud erstellen lassen und so Engpässe vermeiden, wenn sie nicht die neueste und beste Hardware zur Verfügung haben. Außerdem gibt es Cloud-basierte Tools für das Testen und die Bereitstellung.

Xcode Cloud wird langsam als Beta-Version für interessierte Entwickler freigegeben, aber es ist unklar, wann genau es für alle erscheint.

Airtags-App für Android

Diese App hat Apple nicht auf der WWDC angekündigt, sondern in einem Kommentar gegenüber CNN: Auf den Vorwurf, dass sich die nichts ahnende Android-Nutzer mit Airtags ausspionieren lassen können, hat Apple versprochen, bis Ende des Jahres eine Extra-App für "Wo ist?"-Netzwerk für die Android-Smartphones zur Verfügung zu stellen. Es gibt mehrere Apps im Google Play Store mit "Find My" im Namen, doch keine stammt von Apple. Die App wird auch äußerst nützlich für die Airpods-Inhaber sein, die Geräte lassen sich momentan nur mit dem iPhone auffinden. Mit einer App von Apple können die Android-Nutzer ihre weißen Kopfhörer auf dem eigenen Smartphone suchen. 

Noch ein paar Kleinigkeiten

Es gibt noch ein paar andere kleinere Funktionen, die noch nicht erschienen sind, wie z.B. eine Car-Play-Version von Apple Maps, weitere digitale Schlüssel für Autos, Wohnungen, Hotels und Arbeitsplätze auf Wallet-Basis.

Alles in allem sieht es jedoch so aus, dass der Großteil der neuen Apple-Funktionen bis zum Ende des Jahres verfügbar wird. Wenn Sie allerdings schon ungeduldig auf Universal Control oder Xcode Cloud warten, sollen Sie Ihre Erwartungen etwas anpassen um nicht enttäuscht zu werden.

Dieser Artikel stammt von unserer Schwesterpublikation " Macworld ".  

Macwelt Marktplatz

2630120