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Weltfrauentag und Wissenschaft: Die Chefinnen der Technik

08.03.2021 | 09:34 Uhr | Thomas Hartmann

Am Montag ist der Weltfrauentag, im Februar war bereits der Internationale Tag der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft. Dieser würdigt die entscheidende Rolle, die Frauen in Wissenschaft und Technik spielen.

Wie viele Frauen haben es in der Wissenschafts- und Tech-Branche an die Spitze geschafft? Der niederländische Datenservice Bold Data präsentiert die Anzahl der Frauen, die CEO-Positionen in IKT-, Bau- und Fertigungsunternehmen innehaben.

Demnach ist im Bereich der IKT (Informations- und Kommunikationstechnologie) nach Angaben der Vereinten Nationen die Zahl der weiblichen Studierenden mit nur drei Prozent besonders niedrig. Dies spiegelt sich auch an der Anzahl der weiblichen CEOs in der IKT-Branche wider, wo auch nur knapp drei Prozent höchste Führungspositionen in den Unternehmen besetzen.

Noch weniger weibliche Führungskräfte sind in der Ölindustrie vertreten – in der Fertigungsindustrie sind es demnach nur 2,7 Prozent der Firmen, die weltweit von Frauen an der Spitze geführt werden.

Weibliche CEOs sind der Erhebung zufolge vor allem in der verarbeitenden Industrie wie der Bekleidungsindustrie mit 7,2 Prozent und der Schmuckindustrie (6,75 Prozent) zu finden. Besonders in der Schwerindustrie sind weibliche CEOs immer noch eine Seltenheit: Ihr Anteil beträgt hier nur 1,3 Prozent. In der Öl- und Gasindustrie ist der Anteil der Frauen an der Spitze von Unternehmen der Öl- und Gasindustrie mit nur 0,005 Prozent sogar so niedrig wie nie zuvor.

Auch die ”gläserne Decke in der Bauindustrie” sei schwer zu knacken: mit nur 1,4 Prozent weiblichen CEOs weltweit. Es mag nicht überraschen, dass ”schwere” Bauunternehmen (wie Straßen- und Tiefbau) mit 1 Prozent weiblichen CEOs am wenigsten punkten. Die Zahl der weiblichen Entscheidungsträger bei Generalunternehmern und Installationsfirmen liege mit 1,4 Prozent etwas höher. Die komplette Übersicht und Hintergründe zu Bold Data finden sich hier .

Interessante Gedanken zum Thema kommen auch von der Algorithmics International School für Mathematik und Programmierung für Kinder, die eine Niederlassung in Deutschland eröffnet hat. Auch hier verweist man zum Internationalen Frauentag darauf, dass man auch in der Pandemie noch weit von einer Geschlechtergerechtigkeit entfernt ist. So waren es vor allem Frauen, denen in dieser Phase erneut viel abverlangt wurde, sei es in ”systemrelevanten”, oft schlecht bezahlten Berufen im Krankenhaus, auf der Intensivstation, im Pflegeheim und an der Supermarktkasse für die Grundversorgung unserer Gesellschaft während der Krise, gleichzeitig aber auch die ”unbezahlte Sorgearbeit zu Hause”. Auch der Verdienstunterschied zwischen Männern und Frauen ist bekanntlich immer noch in vielen Bereichen enorm – der unbereinigte ‘Gender Pay Gap’ ist noch da.

Startups wie Algorithmics wollen auch in diesem Kontext dabei helfen, Kinder und insbesondere Mädchen, auch diejenigen mit einem Migrationshintergrund (da die Programmierkurse nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Russisch und weiteren Sprachen verfügbar sind), auf die Zukunft vorzubereiten. Algorithmics bietet längere und ausführlichere Kurse in sehr kleinen Gruppen mit 3 bis 6 Kindern an. Das Programm ist nicht nur an Jungen, sondern auch an Mädchen orientiert und bietet Tiere, ”Prinzessinnen” und andere Charaktere bei der Programmierung an, um das Interesse auch von Mädchen zu wecken. Die Kurse werden zur Hälfte von Mädchen, die andere Hälfte von Jungen besucht. Man kann nach dem Abschluss eines Kurses direkt die nächste Stufe nehmen und einen weiteren Kurs anfangen. Die Lernplattform auch für vergangenen Unterricht steht außerdem jederzeit online zur Verfügung.

Weitere detaillierte Informationen zu diesem Ansatz findet man auf der Homepage des Anbieters .

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