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Wenn Interpol anruft: Vorsicht vor neuer Betrugsmasche

14.04.2022 | 13:00 Uhr |

Wenn die Polizei anruft, sollte man eigentlich besser nicht auflegen. Es sei denn, es handelt sich um Betrüger.

Gegen die meisten Trickversuche von Internet-Kriminellen ist man mittlerweile immun, sind vieler dubiosen Absichten doch leicht zu durchschauen. Es gibt jedoch manche Tricks, bei denen auch ein Technik-Redakteur wie ich im ersten Moment alle Vorsicht außer Acht lässt. 

Heute Morgen, kurz nach halb zehn, bekam ich einen Anruf von einer mir unbekannten Nummer, sie war jedoch nicht unterdrückt: +49151421341. "+49", dachte ich mir, "das muss ja aus Deutschland sein. Wer ruft mich da an?" Da ich einen Anruf von einem nicht gespeicherten Kontakt erwartete, nahm ich also den Anruf entgegen. Zu hören war eine automatische Ansage, wonach Interpol für mich Informationen über Kreditkartenmissbrauch hätte. "Interpol? Das klingt ernst", schoss es mir durch den Kopf. Ich möge bitte die Eins auf meinem Telefon drücken, um mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden.  

Zufälligerweise war ich eine Woche zuvor im Urlaub. Hatte es dort Probleme mit meiner Kreditkarte gegeben, wovon ich nichts mitbekommen hatte? Ob Sie es mir glauben oder nicht: In der Regel bekomme ich nicht allzu viele Anrufe der internationalen kriminalpolizeilichen Organisation. Und sobald das Wort "Kreditkartenbetrug" erklingt, ist man im Zweifel lieber einmal etwas vorsichtiger. Rückblickend betrachtet hätte es mich stutzig machen sollen, dass nicht gleich ein persönlicher Mitarbeiter am Telefon war und ich – das angebliche Opfer – erst noch aktiv werden muss, um solch angeblich wichtige Informationen zu bekommen. Auch, dass die Ansage auf Englisch war, hätte ein erstes Indiz sein können. Aber was soll schon passieren, wenn man nur die Eins drückt? 

Gedacht, getan: Und schon war ich tatsächlich mit einem echten Menschen verbunden. Keine Warteschlange, kein "Im Moment sind alle Mitarbeiter im Gespräch. Bitte haben Sie etwas Geduld!". Interpol ist wohl einer von der schnellen Truppe! 

Spätestens als der angebliche Interpol-Mitarbeiter mit indischem Akzent auf meine Nachfrage, weshalb sie mich angerufen hätten, gleich mit der Tür ins Haus fiel und meine Kreditkarten-Daten zum Abgleich haben wollte, um den Fall klären zu können, war mir klar, dass ich Betrügern auf den Leim gegangen war. 

Zum Glück ist nichts passiert, doch naivere Opfer als ich wären vielleicht auf diesen Trick hereingefallen. 

Die Polizei warnt vor solchen Anrufen und rät dazu, sofort aufzulegen, um Schlimmeres zu verhindern. Wer der Aufforderung der Bandansage gehorcht, "muss mit Missbrauch seiner Daten und mit hohen Kosten rechnen. Die Polizei warnt eindringlich auch am Telefon wachsam zu sein und keine persönlichen Daten preiszugeben. Angerufene sollten sich nicht in ein Gespräch verwickeln oder unter Druck setzen lassen und am besten einfach auflegen", so die Polizei Konstanz.  

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