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Whistleblower: "Siri lauscht vertraulichen Gesprächen bei versehentlicher Aktivierung"

29.07.2019 | 07:47 Uhr | Peter Müller

Menschliche Intelligenz soll Siri besser machen. Doch die Prüfer hören oft, was nicht für ihre Ohren bestimmt ist, berichtet eine Quelle.

Der britische Guardian berichtet von anonymen Quellen, dass Apples Auftragnehmer vertrauliche Gespräche und andere Geräusche via Siri hören. Apple sendet anonymisierte Ausschnitte von Konversationen mit Siri an Studios in der ganzen Welt, in der Menschen zur Verbesserung des Services beitragen, indem sie anhand der Mitschnitte feststellen, ob Siri absichtlich oder versehentlich aktiviert wurde, ob der Sprachassistent die Frage hätte verstehen müssen und ob die Antwort angemessen war.

Dabei lauschen die Prüfer aber auch höchst intimen Gesprächen über Gesundheitszustände oder hören Paaren beim Geschlechtsverkehr zu, berichtet ein Whistleblower der Zeitung. Apple erklärt: "Ein kleiner Teil der Siri-Anfragen wird analysiert, um Siri und Diktate zu verbessern. Benutzeranfragen sind nicht mit der Apple-ID des Benutzers verknüpft. Siri-Antworten werden in sicheren Einrichtungen analysiert, und alle Prüfer sind verpflichtet, die strengen Vertraulichkeitsanforderungen von Apple einzuhalten." Nur ein sehr kleines Set der Konversationen, etwa ein Prozent, werde täglich zur Analyse gebracht, die Schnippsel seien alle auch nur wenige Sekunden lang.

Das Problem seien vor allem von Siri aufgezeichnete Gespräche und  Geräusche bei versehentlicher Aktivierung - und das käme gar nicht so selten vor, verrät die anonyme Quelle. So genüge das Öffnen oder Schließen eines Reißverschlusses oder die Erwähnung des Landes Syrien, um Siri zum Hören zu animieren. Auch auf der Apple Watch springe Siri gern einmal zu früh an, wenn man den Arm hebt und spricht, benötigt es unter Umständen gar kein Trigger-Wort. Bei der Analyse höre man viele Ausschnitte aus vertraulichen Arzt-Patienten-Gesprächen, Busines-Deals, kriminellen Vereinbarungen oder Liebesgeflüster, behauptet der Whistleblower. Die Sounds seien mit dem Ort verknüpft, Daten aus Apps und weiteren Details.  Das Personal sei dazu angehalten, versehentliche Aktivierungen als technisches Problem zu betrachten und den Inhalten der Gesprächen nicht weiter nachzugehen.

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