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Wie Apple Ihr Geld rettet: App-Store-Betrug von 1,5 Mrd. USD verhindert

12.05.2021 | 08:59 Uhr | Peter Müller

Die Gebühren im App Store sind nicht so hoch für das, was Entwickler und Kunden bekommen: Schutz vor Betrügern.

Apple rechtfertigt die Gebühren für den App Store mit dem hohen Aufwand, der für dessen Betrieb notwendig ist. In einer Pressemeldung erklärt Apple nun , dass die ergriffenen Maßnahmen im Jahr 2020 potenziell betrügerische Transaktionen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar verhindert hätten.

Der App Store sei von Anfang an im Visier von Betrügern gewesen, zuletzt hätten deren Aktivitäten deutlich zugenommen. Mit einem Mix aus maschineller Intelligenz und menschlichem Eingreifen gelinge es Apple, die meisten Versuche, den Kunden Geld, Daten und Zeit zu stehlen, im Keim zu ersticken, völlig unterbinden lasse sich das aber nicht.

Konkret habe Apple im vergangenen Jahr weit mehr als 400.000 Apps zurückgewiesen oder aus dem Store entfernt, die versteckte Features mitbrachten, Spam oder Plagiate waren oder die Privatsphäre gefährdeten."Das App Review Team ist eine wichtige Abwehrreihe. Es prüft jede App und jedes Update sorgfältig, um sicherzustellen, dass die strengen Richtlinien des App Stores zu Datenschutz, Sicherheit und Spam eingehalten werden," erklärt Apple. Die Richtlinien passe man stets an, um die Kunden gegen neue Maschen der Betrüger zu schützen.

Apples Maßnehmen gegen Betrug auf einen Blick
Vergrößern Apples Maßnehmen gegen Betrug auf einen Blick
© Apple

Nicht jede abgewiesene App stammt aber von Betrügern, wie Apple betont. Gerade Neulinge im Geschäft bräuchten manchmal mehrere Versuche, um ihre Entwicklung regelkonform durch die Prüfung bekommen. Im vergangenen Jahr habe Apple 180.000 Entwickler dabei unterstützt, ihre Werke erstmals in den App Store zu bringen. Auch das ist ein Aufwand für Kunden und Anbieter, der die Gebühren von 30 Prozent respektive 15 Prozent (für kleine Unternehmen oder im zweiten Jahr eines Abos) rechtfertige, will Apple offenbar damit zwischen den Zeilen sagen.

Sichere Transaktionen mit konsequentem Vorgehen

Einige Entwickler locken Anwender in eine Falle, führt Apple weiter aus. Apps würden nach erfolgreicher Überprüfung verändert, "um die Richtlinien zu umgehen und verbotene oder sogar kriminelle Handlungen zu vollziehen. Allein 95.000 Apps dieser Art habe man im vergangenen Jahr entfernt. Konkret nennt Apple Anwendungen, die illegales Glücksspiel anbieten oder pornografische Inhalte. Auch gegen Datensammler geht Apple massiv vor, 215.000 Apps flogen aus dem App Store, weil sie mehr Daten sammelten, als es für ihre Funktionalität notwendig gewesen wäre.

Manche Entwickler-Accounts haben laut Apple lediglich betrügerische Absichten, 470.000 dieser Art habe man 2020 geschlossen und 205.000 weitere Anmeldungen wegen Betrugsverdacht erst gar nicht zugelassen. 244 Millionen betrügerische Kundenkonten, die unter anderem Fake-Rezensionen verbreiten, hat Apple im Jahr 2020 geschlossen. Weitere 424 Millionen Anmeldungen dieser Art hat Apple abgelehnt. Betrüger nutzen auch das Apple Developer Enterprise Program, um die Prüfung des App Store zu umgehen. Das Programm ist an sich für Unternehmen gedacht war, um Mitarbeitern Software auf die Firmen-Handys und -Tables zu spielen, Betrüger können aber so ihre Malware verbreiten. Apple will im vergangenen Jahr 3,2 Millionen Transaktionen dieser Art verhindert haben.

Drei Millionen gestohlene Kreditkartendaten habe man von Transaktionen ausgeschlossen, fast eine Million Konten wurden für weitere Transaktionen gesperrt, seinen Kunden habe man da insgesamt vor einem Schaden von 1,5 Milliarden US-Dollar bewahrt.

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