2485996

Wie Apple Reparaturbetriebe bevormundet

07.02.2020 | 09:44 Uhr | Peter Müller

Apple gab Ende August 2019 an, den unabhängigen Reparaturbetrieben mit Schulungen und Ersatzteilen zu helfen. Zu einem hohen Preis.

Knebel: Im letzten August hatte Apple angekündigt mehr Originalteile und Reparaturanleitungen an Dritte auszugeben, im Rahmen des Programms für Independent Repair Provider (IRP) wollte Apple damit jenen entgegenkommen, die ein Recht auf Reparatur fordern. Seither hat man wenig davon gehört, nun hat aber Motherboard einen Vertrag zugespielt bekommen, den Unternehmen unterzeichnen müssen, wollen sie sich bei Apple als IRP-Partner qualifizieren.

Dieser Vertrag sei jedoch restriktiv und beinahe verrückt, wie sich Juristen zu diesem Papier äußern. So sollen die Partner unangekündigten Kontrollen zustimmen, sollten dabei nicht genehmigte Bauteile gefunden werden, drohen hohe Strafen. Selbst für fünf Jahre nach Ausscheiden aus dem Programm würde Apple sich das Recht auf Inspektionen einräumen. Was hinsichtlich des Datenschutzes, für den sich Apple so rühmt, aber hoch problematisch ist: Die Reparaturshops sollen mit Apple Kundendaten teilen, also Name, Anschrift, Mail und Telefonnummer. Bevor man aber überhaupt einen Vertrag zugesandt bekommt, müsse man eine Verschwiegenheitsvereinbarung unterzeichnen.

Motherboard spekuliert angesichts des vorliegenden Vertrages, Apple wolle vermeiden, dass seine Kunden IRPs mit autorisierten Service Providern verwechseln, die schon heute unter bestimmten Voraussetzungen unter Nutzung von Originalersatzteilen und Diagnose-Tools Apple-Produkte reparieren und auch solche verkaufen. IRP-Betriebe müssten in ihren Schaufenstern die Kunden unzweideutig darüber informieren, dass sie keine Apple Authorized Service Provider sind, Kunden müssten unterschreiben, dass sie sich dessen bewusst sind, ebenso über die von Apple nicht auf die Reparatur gegebene Garantie.

Macwelt Marktplatz

2485996