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Wie Apple heimlich iCloud ausbaut

20.01.2021 | 15:56 Uhr | Stephan Wiesend

Wie prominente Neueinstellungen zeigen, baut Apple seine Cloud-Abteilung deutlich aus. Viele bekannte Gesichter sind zu Apple gewechselt.

Mit der Funktionalität und Leistungsfähigkeit von Apples Serverdiensten waren auch größte Fans der Marke nicht immer zufrieden. Vor allem im Vergleich zu Konkurrenten wie Google und Microsoft schien Apple immer wieder im Hintertreffen zu sein. Dabei sollen Dienste wie iCloud und Apple One doch die Umsatzgaranten der Zukunft sein. Zusätzlich zu Speicherdiensten und Video-Streaming, soll ja nun sogar ein Sport-Streaming wie Fitness+ die Nutzer überzeugen, angeblich arbeitet Apple sogar an eigenen Suchtechnologien . Für die Leistung der Apple Cloud zuständig ist die Abteilung Apple Cloud Services, deren Mitarbeiter vor allem in Cupertino arbeiten.

Im Vergleich zu Firmen wie Alphabet, Amazon mit seinem Cloud-Dienst AWS und Microsoft mit Azure schien da Apple die letzten Jahre etwas abgehängt. Anders als bei Apple kann man die Leistungsfähigkeit bei diesen Firmen aber sehr einfach an den stark steigenden Umsatz- und Nutzerzahlen ablesen – nicht zuletzt ist auch Apple einer der größten AWS-Kunden überhaupt und greift neben eigenen Servern stark auf die Infrastruktur von Amazon, Microsoft und Google zu. Was Apple hier plant, kann man nur indirekt durch Neueinstellungen und Gerüchte erschließen.

Offensichtlich will Apple aber im Cloud-Bereich stark investieren: Apple scheint seit einigen Quartalen immer mehr neue Entwickler anzuwerben, der Fokus liegt dabei offensichtlich auf dem Software-Bereich. Erst im letzten Jahr hatte Apple in Seattle einen komplett neuen Standort aufgebaut, in dem etwa 2000 Apple-Angestellte arbeiten – unter anderem an iCloud. Dass Apple viel investiert, zeigen prominente Abwerbungen von bekannten Firmen, als auch Apples Stellenanzeigen : Gibt man in Apples Jobbörse das Stichwort „Cloud“ ein, werden immerhin 279 Stellen aufgelistet, zumeist für den Standort Santa Clara. Bei den Technologien setzt Apple auf Bekanntes: Gesucht sind Entwickler mit Kenntnissen mit Public Clouds wie AWS und Google Cloud, wie üblich sind Kenntnis in Python/Java/Ruby und Go erforderlich, für Cluster Hadoop/Spark. Es scheint aber nicht nur so zu sein, dass Apple das Bestehende weiterführen will – auch für den laufenden Betrieb benötigt Apple schließlich hunderte neue Mitarbeiter. Offensichtlich warb Apple in den letzten Monaten aber auffällig viele namhafte Entwickler aus dem Cloud-Bereich ab, die für die Entwicklung kommender Technologien notwendig sind. So vermutete der prominente Google-Entwickler Kelsyey Hightower, Apple sei auf einem „all Star hiring spree“ . Dazu gehören viele ehemalige Google Cloud-Entwickler wie Francesc Campoy , der bei Google Cloud als Entwickler für Go tätig war – eine von Google für Cloud-Computing entwickelte Programmiersprache und bei Apple im Bereich Kubernetes arbeiten wird. Kubernetes ein Open-Source-System für die Verwaltung von sogenannten „Containern“. Auch eine Reihe von Entwicklern der mittlerweile aufgekauften Firma Docker wurde anscheinend von Apple übernommen – eine wichtige Cloud-Technologie. Einer davon ist laut Protocol  der Entwickler Michael Crosby. Aber auch von Amazon AWS hat Apple zuletzt Mitarbeiter abgeworben. Dazu gehören Maksym Pavlenko und Arun Gupta . Letzterer leitet aktuell Apple Open-Source-Bereich.

Unsere Meinung:

Vielleicht sollte man von Apple nicht zu viel erwarten, es ist aber beruhigend zu sehen, dass Apple aktuell intensiv in die Weiterentwicklung seiner Server-Plattform investiert. Gerade im Serverbereich hat Apple schlieĂźlich einigen Nachholbedarf.

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