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Wie Apple und Spotify Musiker bezahlen

19.07.2019 | 07:57 Uhr | Peter Müller

Apple, Spotify und Co. verteilen ihre Einnahmen per Stream. Das hat Vorzüge – aber auch Nachteile.

Von den zehn Euro, die man monatlich an Spotify oder Apple Music bezahlt, bekommen auch Künstler einen Teil ab, die man nie hört, erklärt Yahoo Finance das pro-rata-System der Streamingdienste. Die Anbieter werfen alle Einnehmen (auch die aus Werbung bei Spotify) in einen Topf und verteilen das Geld an die Künstler nach Anzahl der Gesamtstreams. Wenn man also einen Monat lang ein und dasselbe Album rauf und runter hört, bekommt der Interpret eben nicht die volle Gebühr (abzüglich des Anbieteranteils), sondern nur den Anteil, den das Album von den Gesamtstreams erreicht hat - und ein Prozent oder so geht an die Produzenten des populärsten Albums des Monats.

Nun mag man einwerfen, dass es doch keinen Unterschied mache, ob man pro rata abrechne oder User zentriert, aber das ist ein Irrtum. Denn nicht jeder Nutzer hört gleich lang den Streams zu, Poweruser haben mit ihrem Hörverhalten mehr Einfluss auf die Verteilung des Geldes als Gelegenheitshörer.

Eine finnische Studie aus dem Jahr 2017 quantifiziert die Unterschiede: Derzeit bekämen die 0,4 Prozent Künstler an der Spitze der Charts etwa zehn Prozent der Einnahmen, bei einer Abrechnung pro Nutzer würden nur noch 5,6 Prozent auf sie entfallen. Aber nicht alle der unbekannteren Künstler würden von einer anderen Verteilung profitieren, einige kämen noch schlechter weg. Deezer überlegt dennoch, auf das User-Modell umzusteigen, auch bei Apple gebe es derartige Überlegungen. Ganze Genres wie Jazz würden davon profitieren, da deren Songs in der Regel deutlich länger sind und in der gleichen Zeitspanne eben seltener aufgerufen werden können.

Es gibt aber auch einen Haken an der Sache. Wie Spotifys Director of Economics in einem Paper festgehalten hat, wäre der Verwaltungsaufwand für eine User zentrierte Abrechnung höher, was die Ausschüttungen an die Künstler verringern würde. Gut, dann lassen wir unsere Lieblingsmusik auch die ganze Nacht über in Dauerschleife bei ausgeschalteten Lautsprechern laufen, um die Künstler auf diese Art und Weise zu pushen...

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