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Wie Steve Jobs sein Vorbild traf – Einfluss auf Apple noch heute

04.08.2022 | 12:30 Uhr | Peter Müller

Eine kaum bekannte Geschichte aus der Geschichte erzählt das Magazin Fast Company: Im Jahr 1980 hat ein Dokumentarfilmer Steve Jobs mit einem seiner Vorbilder zusammengebracht – Richard Buckminster Fuller

Von einem unwahrscheinlichen Treffen zweier Legenden der Technologie, das in der Frühzeit der Apple-Geschichte passierte, berichtet Fast Company . Im Oktober 1980 habe der Dokumentarfilmer Taylor Barcroft ein spontanes Treffen von Steve Jobs mit dem Architekten, Philosophen und Visionär Richard Buckminster Fuller arrangiert, um ein Gespräch der beiden Futuristen für eine Dokumentation zu bekommen. Eine von Buckminster Fullers Vision war kurz davor, von Apple und anderen Firmen des Silicon Valley in die Realität umgesetzt zu werden: weltweiter Zugang zu Information. 

Steve Jobs sei ein Fan von Buckminster Fuller gewesen – nicht nur er, der damals 85-jährige Architekt war sehr populär. Nach einem kurzen Gespräch von Jobs und Buckminster Fuller in einem Konferenzraum, bei dem Barcroft und sein Kameramann noch zugegen waren, habe Jobs den Gast auf einen privaten Rundgang durch das Unternehmen geführt, bei dem keine Zeugen mehr zugegen waren. Wie hoch die Wertschätzung für den Gast war, zeigt sich daran, dass normalerweise Daniel Kottke – auch immerhin Angestellter Nummer 12 des noch jungen Unternehmens – Besucher herumführte und nicht der Gründer persönlich. Barcroft hat nach eigenen Angaben selbst die Aufnahmen aus dem Konferenzraum verloren, aus einer erträumten Dokumentation über Buckminster Fuller wurde nichts.

Wie Apple Buckminster Fuller zum Staunen brachte

So bleibt von den Gesprächsinhalten wenig überliefert, Barcroft erinnert sich lediglich daran, dass Buckminster Fuller nicht glauben konnte, welche Dinge der Apple II zu leisten imstande war. Er hatte den Personal Computer Apples zuvor eher für ein Spielzeug gehalten und nur die damals weitverbreiteten Großrechner fähig, eine globale Revolution der Informationstechnik anzustoßen. Die Revolution, die dann der Mac auslöste, sollte der 1983 verstorbene Buckminster Fuller nicht mehr erleben.

Dabei hatte Buckminster Fuller wesentlichen Einfluss nicht nur auf die Weltanschauung von Leuten wie Steve Jobs oder Daniel Kottke, sondern auch auf das Industrie-Design Apples, das erst mit dem Gehäuse des Apple II seinen Anfang nahm. Für dessen Konstruktion hatte der andere Gründer Steve Wozniak den Stanford-Absolventen und Produktdesigner Jerry Manock engagiert, der sich an Buckminster Fullers Ideen orientierte. Er habe dabei nicht kleinere Detailprobleme lösen wollen, sondern immer die höhere und nächsthöhere Ebene betrachtet.

Zu Buckminster Fullers bekanntesten Werken gehört die Biosphere von Montreal (siehe Bild): Diese geodätische Kuppel ist aus einer wabenartigen Stahlstruktur errichtet, mit Acrylglas dazwischen. So ist maximale Stabilität bei minimalem Materialaufwand gegeben. Nicht von ungefähr ähnelt sie einem "klassischen" Fußball mit seinen 20 regelmäßigen Sechsecken und den 12 regelmäßigen Fünfecken. Nach Buckminster Fuller ist ein Kohlenstoffallotrop benannt, das es eben wie ein Fußball konstruiert ist: C 60 heißt daher auch Buckminsterfulleren oder Buckyball.

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