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Wie machen’s die anderen?

10.03.2007 | 08:00 Uhr

Wie machen’s die anderen?

Unter dem Namen „Playsforsure“, was man mit „Mit Sicherheit abspielbar“ übersetzen könnte, hatte Microsoft in der Vergangenheit sein DRM-Verfahren promotet. Das System setzt auf Windows Media Player auf und wird von verschiedenen Anbietern im Internet unterstützt, etwa von AOL Music Now, MSN Music, Napster oder Urge und seit kurzem auch Walmart. In diesen Online-Shops kann man digitale Musik und Videos kaufen, die kopiergeschützt und kontrolliert auf verschieden Geräten, vom Windows-PC bis zum Smartphone mit Windows Mobile, wiedergegeben werden können. Mit dem Playsforsure-Icon kann der Kunde überprüfen, ob sein Player mit den diversen Online-Anbietern kompatibel ist. Mit der Einführung des Zune hat Microsoft allerdings seine Philosophie grundlegend geändert: Der Zune folgt dem Beispiel des iPod und setzt ein eigenes, inkompatibles DRM-System ein.

Wasserzeichen – der alternative Ansatz

Während also Verbraucherschützer, Musikindustrie und Distributoren wie Apple munter sich die Bälle hin und her spielen, scheint eine Lösung nicht in Sicht. Apple, bestärkt durch den eigenen Erfolg und Microsofts Adaption, wird vorerst weiterhin sein Ökosystem iPod/iTunes verschließen. Zur Not würde der Mac-Hersteller die Schließung seines Vertriebs in Norwegen schließen. Das wäre jedoch fatal, wenn sich das Ende des norwegischen iTS als erster Dominostein entpuppte, der überall in Europa Apples Musikladen zu Fall brächte. Nachdem sich die Aufregung um die „Gedanken über Musik“ gelegt haben wird, dürften Apple und die Musikindustrie weiter über Mittel und Wege des digitalen Vertriebs verhandeln. Ein Lösungsansatz könnten digitale Wasserzeichen sein. Anstatt einer Musikdatei einen (proprietären) Kopierschutz zu verpassen, könnten ihr der Anbieter des Downloads unhörbar Informationen über den Käufer hinterlegen. Die Musik als solche wäre auf beliebigen Geräten abspielbar, und Kopien ohne weiteres möglich. Wer jedoch seine gekaufte Musik in eine Tauschbörse stellt, gibt damit auch Informationen über sich preis. Die Rechteinhaber könnten sich denjenigen schadlos halten, die die Nutzungsbedingungen nicht einhalten. Denn die meisten Musikkäufer befolgen nach wie vor Apples Regel aus dem Jahr 2001: „Stiehl keine Musik!“ Und diese überwiegende Mehrheit möchte nicht gegängelt werden.

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