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Wikileaks: Apple gibt Nutzer-Meta-Daten an US-Regierung weiter

26.10.2016 | 14:14 Uhr |

In der Wikileaks-Sammlung von John Podesta findet sich eine Mail von Apples Lisa Jackson.

Seit mehreren Tagen kursieren im Netz die Mails von John Podesta, dem Wahlkampfleiter von Hillary Clinton. Wirklich skandalöse Enthüllungen werden wohl dabei nicht mehr ans Licht kommen, es finden sich aber hin und wieder interessante Details, auch zu Apple. So hat Lisa Jackson, die Vizepräsidentin für Umweltschutz, Politik und Soziale Verantwortung, Podesta zu Weihnachten 2015 frohe Festtage gewünscht. In der Mai versichert sie , dass Apple trotzt starker Verschlüsselung auf Anforderung der Regierungsbehörden unter Vorlage von entsprechenden Gerichtsentscheiden Meta-Daten der Nutzer herausgeben kann: "Wir haben ein Team von Mitarbeitern, der diese Anfragen 24 Stunden am Tag bearbeiten kann."

Die Mail wurde eigentlich als Dankeschön gemeint, in Betreff wurde ein Ereignis "Last Night", etwas von einem letzten Abend erwähnt, die genaue Datumsangabe lässt darauf schließen, dass Lisa Jackson sich auf die dritte Präsidentschaftsdebatte zwischen den drei Demokraten, unter anderem Hillary Clinton am 19. Dezember 2015 bezieht. Dort wurde die Kandidatin gefragt , ob sie für ein Gesetz plädieren würde, das der Regierung erlaubt, alle Nutzerdaten von den IT-Firmen insbesondere von Apple zu verlangen. Etwas umwunden und nicht so direkt wie der Debatten-Gegner O'Malley ("Ich glaube, wir sollen nie unsere Privatsphäre aufgeben.") hat Clinton geantwortet, sie hoffe, dass zu diesem Punkt nie kommen werde, es müsse aber einen Mittelweg geben, der eine stärkere Kooperation zwischen den IT-Firmen und der Regierung voraussetzt. "Wahrscheinlich ist eine Software-Hintertür eine falsche Tür, und ich verstehe, was Apple und andere (Firmen) darüber sagen. Ich verstehe aber auch die Behörden, die mit der Terrorismus-Prävention beauftragt sind. ... Wenn wir nicht wissen, was einer plant, dann müssen wir uns an die Angaben von Nachbarn, Lehrern, Moschee-Mitglieder etc. verlassen.", so Clinton.

Dass Apple gegen ein Gerichtsbeschluss Daten der Nutzer oder Geräte an die Regierungen weitergibt, ist ebenfalls nichts Neues . Seit spätestens Anfang 2013 veröffentlicht das Unternehmen die sogenannten " Transparency Reports ", wo das Unternehmen alle Anfragen nach Weltregionen und Ländern auflistet. Der aktuelle Bericht, also für das erste Halbjahr 2016 ist jetzt fällig und wird wohl demnächst veröffentlicht.

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