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Windows auf Apple Silicon: Haben Parallels und VMware eine Lösung?

12.11.2020 | 12:39 Uhr | Stephan Wiesend

Die Nutzung von Windows oder Linux auf neuen Apple Silicon-Macs ist bisher nicht möglich, eine Lösung könnten Fusion und Parallels Desktop liefern.

Die neuen Apple Silicon Macs unterstützten kein Bootcamp mehr, ein echtes Problem für Anwender, die auf bestimmte Windows-Programme angewiesen sind. Die Lösung könnten Virtualisierungslösungen wie VMware Fusion oder Parallels Desktop sein, eine Vorversion von Parallels Desktop wurde bereits von Apple während der WWDC-Keynote gezeigt .

Das scheint aber noch einige Zeit zu dauern: Von Parallels ist jetzt eine neue Stellungnahme veröffentlicht worde n. Während Apps wie Toolbox und Access bereits auf der neuen Plattform laufen, würde die aktuelle Version von Parallels Desktop nicht funktionieren. Wie Nick Dobrovolskiy von Parallels verspricht, wäre erst eine komplett neue Version diese Unterstützung bieten, diese sei noch in der Entwicklung. Die Version, die Apple während der WWDC-Keynote gezeigt habe, wäre ein Prototyp gewesen – mit einer virtuellen Maschine mit Linux-System.

Die neue Version werde weiter entwickelt, zusätzlich ist ein „Parallels Technical Preview Program“ geplant, über das Interessierte an der Entwicklung teilnehmen können. Eine Anmeldung ist über die Webseite möglich.

Seitdem habe Parallels Desktop diese neue Version weiter entwickelt und werde sie auf den neuen Systemen testen. Ein interessanter Hinweis: Parallels sei „amazed“, dass Microsoft bei der ARM-Version von Windows 10 Unterstützung von x64-Programmen ergänze.

Anmerkung der Redaktion

Die kurze Andeutung von Parallels zur ARM-Version von Windows ist erläuterungsbedürftig: Wahrscheinlich ist eine Virtualisierung der herkömmlichen Windows-Versionen auf einem ARM-Mac nicht möglich oder viel zu langsam. So war die Linux-Version, die Apple zeigte, vermutlich eine ARM-Version von Linux. Es gibt allerdings auch eine ARM-Version von Windows 10 , die vermutlich unter Apple Silicon laufen würde. Diese wird allerdings bisher nur an Gerätehersteller wie Acer oder Samsung verkauft und unterstützte bisher nur 32-Bit-Versionen von herkömmlichen Intel-Programmen, aktuelle Apps sind aber oft 64-Bit-Apps. Wie alte Mac-Programme müssen auch unter der ARM-Version von Windows nämlich alte Windows-Programme emuliert werden. Bisher funktionierte dies nur mit 32-Bit-Apps, bald werden aber auch moderne 64-Bit-Apps unterstützt. Mithilfe der zukünftigen ARM-Version von Parallels Desktop könnte man also eine ARM-Version von Windows nutzen, die alle Windows-Programme unterstützt – und die alte Windows-Buchhaltungssoftware oder das Architekturprogramm ist weiter am Mac nutzbar.

Stellungnahme von Vmware

Auch der Anbieter der Virtualisierungssoftware Fusion hat sich mittlerweile per Twitter gemeldet: Es wäre zwar noch zu früh, eine Timeline zu nennen. Vmware verspreche aber, ebenfalls die Nutzung von virtuellen Maschinen auf Apple Silicon zu ermöglichen.

Unsere Meinung:

Unterstützung von Windows ist für viele Mac-Anwender äußerst wichtig, Parallels Desktop könnte schon bald eine Alternative liefern. Bis Windows auf den neuen Macs läuft, könnten aber wohl noch einige Quartale vergehen.

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