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Windows sicherer als Mac-OS X?

10.07.2004 | 10:00 Uhr | Peter Müller, Stephan Wiesend, Stephan Wiesend

Windows sicherer als Mac-OS X?

Macwelt: Die Zeitschrift Chip schrieb jetzt, Windows sei sicherer als Linux und Apple?

Darüber könnte man sich streiten. Es ist aber seit etwa einem Jahr ein offenes Geheimnis, dass es auf Linux-basierte Rechner mindestens genau so viele Angriffe gibt, wie für Windows. Sie verbreiten sich nur nicht so stark und sind recht exotisch. Gravierender Unterschied ist auch, dass hier sehr schnell Sicherheitsupdates verfügbar sind. Die Realität ist allerdings, dass viele Linux-Anwender sie einfach nicht installieren.

Macwelt: Die Patches sind aber schnell genug da?

Die Patches sind sehr schnell da, wobei aber die Installation oft Probleme macht. Im deutschen Markt ist Suse sehr stark vertreten und mit ihrem Updatemanagement sehr vorbildlich.

Macwelt: Es gab eine Studie von Forrester, bei Microsoft würden Sicherheitslücken schneller geschlossen als bei Linux.

Das würde ich so nicht unterstreichen. Es ist eine anerkannte Tatsache, dass es viele kritische Sicherheitslücken gab, die einfach als unkritisch definiert wurden. Und dann gab es monatelang keine Lösung. Andererseits hat sich im letzten halben Jahr das Verhalten von Microsoft stark verbessert.
Bei kritischen Sachverhalten reagiert die Open Source-Gemeinde aber immer noch eindeutig schneller. Microsoft hat hier aber auch das Problem, einer riesigen installierten Basis was Updates immer stark verzögert.

Macwelt: Hauptverbreitungsmethode ist wohl E-Mail - etwa durch Spam mit Viren?

E-Mail ist immer noch Hauptverbreitungmittel, auch wenn wir zuletzt mehr Würmer hatten,
die sich über Sicherheitslücken verbreitet haben. Spam mit Viren gibt es im Prinzip nicht. Es gibt höchstens Viren, die ihren Rechner als Spam-Server zum Versenden von Spam missbrauchen. Spam hat in der Regel immer nur Links zu Produkten, die verkauft werden sollen

Macwelt: Sind Notebooks eine Gefahr für Unternehmen?

Nach unserer Ansicht ist das noch eines der größten Einfallstore für Viren, weil diese oft nicht genug Security-Funktionen implementiert haben. Etwa, wenn Virensignaturen veraltet sind und trotzdem voll auf das Internet zugegriffen wird. Gefährlich wird es dann, wenn mit solch infizierten Geräten die firmeninterne Firewall umgangen wird.

Macwelt: Gibt es für Mac-OS X auch Serverprodukte?

Für Mac-OS X-Server haben wir einen On-Access-Scanner im Angebot.

Macwelt: Es gab jetzt einen Mac-Anwender, der über eine Tauschbörse ein angebliches Office 2004 bekam, das seine Festplatte löschte. Ist ein solches Programm überhaupt ein Trojaner oder Virus?

Bei diesem Programm kann man nicht von einem Virus sprechen. Viren infizieren den Rechner und verbreiten sich selbst.

Macwelt: Kann man denn gegen derartige Programme etwas tun?

Da kann man den Anwendern nur raten, sich nicht über Tauschbörsen mit Software zu versorgen - so lapidar ist die Antwort. Ein Virenscanner kann vor solchen Programme nicht schützen. Der Anwender besorgt sich das Programm aktiv und startet es aktiv - solche Schadprogramme kann ein Scanner logischerweise nicht erkennen. Es handelt sich schließlich um ganz legitime Funktionen des Betriebssystems, die einfach von einem kleinen Tool angesprochen werden.

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