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Windows vs. Lindows: Fenster schließen!

24.07.2004 | 10:00 Uhr |

Windows vs. Lindows: Fenster schließen!

"Money can't buy you love", wussten schon in den sechziger Jahren die Beatles. Aber dafür so ziemlich alles andere. Firmen wie Bungie etwa. Oder Namen wie Lindows. Wenigstens die Rechte darauf. Für 20 Millionen US-Dollar legten die beiden Software-Unternehmen Microsoft und jetzt Linspire ihren Streit um die Markenrechte bei, die Redmond wegen der vorgeblichen Ähnlichkeit der Linux-Distributionsbezeichnung "Lindows" mit dem eigenen Windows-Betriebssystem gefährdet sah. Wie unser Schwestermagazin Computerwoche bemerkt, entsprechen diese 20 Millionen US-Dollar etwa dem Zehnfachen der Einnahmen von Linspire im vergangenen Jahr. Dafür kann man schon einmal klein beigegeben, wenn es gleichzeitig ums eigene Überleben geht. Verständlich ist das aus Sicht des kleinen Unternehmens schon. Trotzdem schade, dass solche geradezu absurden Entscheidungen ihren Platz in der Computergeschichte finden können. Kapitalismus pur, und zwar von seiner dunkleren Seite. Zugegeben, Macianer juckt das nicht so richtig. Die wissen schließlich, wer bei wem geklaut hat. Steve Jobs bei Xerox war es nicht, denn, wie gelegentlich unterschlagen wird, hat das Forschungsinstitut, das die grafische Oberfläche mit Menüsteuerung und Maus entwickelt und die Ingenieure um Steve Jobs in der Tat mehr als nur inspiriert hatte, später erhebliche Aktienanteile zu Vorzugskonditionen an Apple erworben. Und war damit mehr als abgefunden, denn deren Wert stieg rasant. Microsoft dagegen hat ursprünglich einfach schlecht nachgemacht, bis eben irgendwann doch ein einigermaßen brauchbares Betriebssystem mit grafischer Oberfläche (etwa ab Windows 98) dabei herauskam. Also jammern wir nicht, sondern nehmen das als neuesten Treppenwitz des Technologiezeitalters hin. Lindows hat ohnehin nie richtig Fuß fassen können. Ob es in einigen Jahren mit dem Namen "Linspire" tatsächlich noch eine Rolle spielen wird, ist unwahrscheinlich. Es sei denn, es wäre sehr innovativ. Aber im Moment klingt es eher so, als wären die Fenster der Inspiration bei Lindows-Linspire zu.
Dafür soll es ja nächstes Jahr den Tiger von Apple geben. Kein Zufall vielleicht, dass Cupertino seinen Marktnamen gegen alle Widerstände - und freilich auch für ein bisschen Geld - durchgesetzt hat. Stichwort Beatles noch einmal, diesmal deren Label. Aber wem gehört die Terminologie der Raubkatzen eigentlich? Brehms Tierleben etwa? Oder gar Esso mit dem früheren Werbeslogan "Pack den Tiger in den Tank". Das ist doch gar nicht so weit fort von - "Pack den Tiger in den Mac." - Irgendwer irgendwelche Ansprüche darauf?

Info: Lindows wird Linspire

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