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Wirtschafts-Gewinner: Von Aldi bis zur Telekom

09.12.2003 | 13:17 Uhr |

Gute Noten von Verbrauchern und Managern heimsten im verflossenen Jahr Aldi und Post-Chef Klaus Zumwinkel (59) ein.

Zumwinkel wurde zum «Manager des Jahres» 2003 gewĂ€hlt. Die Jury des in Hamburg erscheinenden «manager magazin» zeichnete den 59-JĂ€hrigen fĂŒr die «gelungene Umwandlung einer Behörde in ein profitables Unternehmen» aus. Die Discounter-Kette Aldi ist nach einer Umfrage im Auftrag des Wirtschaftsmagazins «Impulse» bei rund 1400 BundesbĂŒrgern - unter ihnen vorwiegend SpitzenkrĂ€fte aus der Wirtschaft - das erfolgreichste deutsche Unternehmen. Unter 30 ausgewĂ€hlten deutschen Firmen verwies der Billiganbieter die Autobauer BMW, DaimlerChrysler und Volkswagen auf die PlĂ€tze zwei bis vier.

Bei den Marken glÀnzt der Stern: Mercedes ist die wertvollste deutsche Marke. Weltweit kommt der Stuttgarter Autohersteller nach Berechnungen der Beraterfirma Interbrand mit einem Markenwert von 21,37 Milliarden Dollar hinter dem unangefochtenen Spitzenreiter Coca-Cola (70,45 Mrd Dollar) auf Platz zehn. Als weitere deutsche Marken unter den Top 100 etablierten sich BMW (19.), Softwareanbieter SAP (35.), Autobauer Volkswagen (42.), Sportartikelproduzent adidas (67.) und die Kosmetik-Marke Nivea des Beiersdorf-Konzerns (92.).

Kosten und Schulden senken - das war 2003 das Motto vieler Unternehmen. Wer aber sein Amt als Vorstandsvorsitzender der Telekom mit einem Schuldenberg von ĂŒber 60 Milliarden Euro antritt, ist wirklich nicht zu beneiden. Die HĂ€me - die Rede war von einem Mann aus der zweiten Reihe - fĂŒr Kai-Uwe Ricke ist in verhaltene Bewunderung umgeschlagen. Der Nachfolger von Ron Sommer strahlt nicht nur Ehrlichkeit und SouverĂ€nitĂ€t aus, sondern schaffte bis Ende September 2003 den Abbau der Schulden auf 49 Milliarden Euro. Das Ziel fĂŒr das gesamte Jahr war damit bereits vorzeitig erfĂŒllt. Dem mittlerweile notorischen Ruf von Vorstandschefs nach einem rigiden Sparkurs hĂ€lt der 42-JĂ€hrige seine Strategie entgeben: «Sparen allein hat noch nie neue Perspektiven eröffnet.»

Beim Nivea-Hersteller Beiersdorf in Hamburg reibt man sich die HĂ€nde. Und das Bild könnte passen: Gepflegte HĂ€nde halten eine Tasse Kaffee von Tchibo. Der Kaffee-Röster ĂŒbernahm zusammen mit Investoren Allianz-Anteile von 40 Prozent fĂŒr 4,4 Milliarden Euro. Die Spitzen von Beiersdorf und Tchibo, Rolf Kunisch (62) und Dieter Ammer (53), konnten den Angriff des US-Konzerns Procter&Gamble erfolgreich abwehren. Daneben können sich die Tchibo-Erben GĂŒnter (63) und Daniela (54) Herz nach quĂ€lenden Familien-Streitigkeiten ĂŒber vier Milliarden Euro Bares freuen. Sie suchen nun aller Ruhe ein sinnvolles Investitions-Ziel.

Telegen wirkt Haim Saban (59) zweifellos - ob aus dem Gewinner des Rennens um das FiletstĂŒck im Nachlass von Leo Kirch auch ein Star wird, muss sich noch zeigen. Nach einer Monate langen turbulenten Schlacht konnte die Gruppe um den US-MilliardĂ€r Deutschlands grĂ¶ĂŸten TV-Konzern ProSiebenSat.1 fĂŒr schĂ€tzungsweise 525 Millionen Euro ĂŒbernehmen. Saban sagte: «Ich hĂ€tte es zehn Mal versucht, wenn ich neun Mal gescheitert wĂ€re.» Der als Sohn einer jĂŒdischen Familie in Ägypten geborene Profi im FilmgeschĂ€ft versicherte auch: «Es wird also auch mein Job sein sicherzustellen, dass die Beziehungen zwischen Hollywood und ProSiebenSat.1 verstĂ€rkt und neu aufgebaut wird.»

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