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iPhone-Kamera: So entstand der berühmte Sound

09.03.2021 | 12:00 Uhr | Halyna Kubiv

Jeder iPhone-Nutzer kennt diesen Sound: Das Geräusch, wenn man den digitalen Auslöser drückt und ein Foto schießt. Dabei hat das iPhone den markanten Sound vom Mac geerbt – und dieser hat ihn wiederum von einer erfolgreichen Kamera aus den Achtzigern.

Wer sein iPhone nicht auf lautlos gestellt hat, wird das Geräusch sofort erkennen: Drückt man auf den digitalen Auslöser der Kamera, ertönt ein satter Sound der schließenden Blende. Der Sound ist mittlerweile zu einem echten Klassiker mit einem riesig großen Wiedererkennungswert geworden. Jim Reekes, ein ehemaliger Sound-Designer von Apple, hat in einem kurzen Interview gegenüber CNBC erzählt, woher genau er den Sound hat.

Jim Reekes ist der Erfinder so manch berühmter Apple-Sounds.
Vergrößern Jim Reekes ist der Erfinder so manch berühmter Apple-Sounds.
© CNBC

In den Achtzigern und Neunzigern war der Mann bei Apple als Sound Designer beschäftigt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Warnsignale für diverse Situationen am Mac zu gestalten, sodass sie dem Nutzer gefallen und diesen nicht all zu sehr nerven. Eine spannende Geschichte dazu haben wir im Artikel " Welcher Beatles-Song den Startsound von Macintosh inspirierte " beschrieben. Das Tastaturkürzel für Screenshots am Mac sollte ebenfalls seinen eigenen Sound erhalten, so hat Reekes kurzerhand entschieden, seine eigene Kamera zu "missbrauchen". Reekes hatte damals eine Canon AE-1 benutzt, für seine Aufnahme hatte er eine große Blende eingestellt, aufgenommen wurde am Mac mit einem angeschlossenen Shure-Mikro.

Die AE1 ist eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera von Canon.
Vergrößern Die AE1 ist eine Kleinbild-Spiegelreflexkamera von Canon.
© Shutterstock.com/gazanova

Der Screenshot-Sound ist dann von iPhone-Ingenieuren ohne Änderungen als Kamera-Geräusch kopiert worden. Während Reekes für den Mac die Kamera-Blende als eine Art Erweiterung der Benutzeroberfläche konzipiert hat, war das iPhone-Geräusch für die Verkäufe in Japan notwendig. Apple verpflichten sich im Japan, die Kamera-Funktion mit einer wie auch immer gestalteten Soundkulisse auszustatten, diese lässt sich bei den lokalen Modellen nicht ausschalten.

Der Grund stammt noch aus der Prä-iPhone-Ära , als erste Handys mit den eingebauten Kameras auf den Markt kamen. In Japan machte sich ein skandalöser Trend breit: Mit den kleinen Geräten konnte man unbemerkt Frauen unter den Rock schauen und Fotos machen. Um dem entgegenzuwirken, haben die Handy-Hersteller den digitalen Auslöser laut gemacht. Ob dies das Problem gelöst hat, ist nicht bekannt; Mat Smitt von "Engadget" berichtete noch 2016, dass in Tokio die Anzahl von solchen Meldungen eher angestiegen ist.

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