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Woher der Sound der iPhone-Kamera stammt

07.08.2019 | 16:06 Uhr | Halyna Kubiv

Das iPhone hat den markanten Sound vom Mac geerbt, dieser wiederum von einer erfolgreichen SRL aus den Achtzigern.

Wer sein iPhone nicht auf lautlos gestellt hat, wird das GerĂ€usch sofort erkennen: Druckt man auf den digitalen Auslöser der Kamera, ertönt ein satter Sound der schließenden Blende. Die Ähnlichkeit ist keine imaginĂ€re, sondern ist durchaus aus erster Hand bestĂ€tigt. Jim Reekes hat in einem kurzen Interview gegenĂŒber CNBC erzĂ€hlt, woher genau er den Sound hat.

In den Achtzigern und Neunzigern war der Mann bei Apple als Sound Designer beschĂ€ftigt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, Warnsignale, Tonzeichen fĂŒr diverse Situationen am Mac zu gestalten, sodass sie dem Nutzer gefallen und diesen nicht all zu sehr nerven. Eine spannende Geschichte dazu haben wir im Artikel " Welcher Beatles-Song den Startsound von Macintosh inspirierte " beschrieben. Das TastaturkĂŒrzel fĂŒr Screenshots am Mac sollte ebenfalls seinen eigenen Sound erhalten, so hat Reekes kurzerhand entschieden, seine eigene Kamera zu "missbrauchen". Reekes hatte damals eine Canon AE-1 benutzt, fĂŒr seine Aufnahme hatte er eine große Blende eingestellt, aufgenommen wurde am Mac mit einem angeschlossenen Shure-Mikro.

Der Screenshot-Sound ist dann von iPhone-Ingenieuren ohne Änderungen als Kamera-GerĂ€usch kopiert worden. WĂ€hrend Reekes fĂŒr den Mac die Kamera-Blende als eine Art Erweiterung der BenutzeroberflĂ€che konzipiert hat, war das iPhone-GerĂ€usch fĂŒr die VerkĂ€ufe in Japan notwendig. Die Handy-Hersteller verpflichten sich im Land, die Kamera-Funktion mit einer wie auch immer gestalteten Soundkulisse auszustatten, diese lĂ€sst sich bei den lokalen Modellen nicht ausschalten. Der Grund stammt noch aus der PrĂ€-iPhone-Ära , als erste Handys mit den eingebauten Kameras auf den Markt kamen. In Japan machte sich ein recht bedenklicher Trend breit: Mit den kleinen GerĂ€ten konnte man unbemerkt Frauen unter den Rock schauen und Fotos machen. Um dem entgegenzuwirken, haben die Handy-Hersteller den digitalen Auslöser laut gemacht. Ob dies das Problem gelöst hat, ist nicht bekannt; Mat Smitt von "Engadget" berichtete noch 2016, dass in Tokio die Anzahl von solchen Meldungen eher angestiegen ist.

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