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Word-Anwender mit Risiken

08.03.2004 | 10:15 Uhr | Stephan Wiesend, Stephan Wiesend

Word-Anwender mit Risiken

Gefährlicher als typische Viren sind für Mac-User dagegen Makro-Viren in Mini-Programmen, die Office-Funktionen automatisieren. Man könnte damit etwa ein installiertes Word dazu auffordern, alle Word-Dokumente in einem bestimmten Ordner zu überschreiben - falls man Word oder ein anderes Office-Programm installiert hat. Dialer-Programme könnte man ebenfalls für den Mac programmieren, im Gegensatz zu Windows-Rechner können sich diese aber in einem Mac-OS X-System nicht automatisch installieren.
Aus Spammer-Sicht sind Mac-Versionen auch wenig sinnvoll: Die Chance per Spam-E-Mail mit einem Mac-Dialer einen Mac-Rechner zu erwischen liegt bei einem weltweiten Marktanteil von 2 Prozent etwa 50:1. Sehr gut könnte man auch mit Apple Script zerstörerische Miniprogramme schreiben, allerdings tut dies bisher offenbar niemand. Die meisten Mac-Anwender die dazu in der Lage wären verdienen wohl lieber Geld - schreiben Sharewareprogramme oder stehen im Arbeitsleben. Statt von Vandalismus werden programmierende Mac-Anwender anscheinend eher vom Kapitalismus gelenkt. Trotzdem würde natürlich kein Fachmann Mac-Anwendern empfehlen, auf ein Virenschutzprogramm zu verzichten. Dazu ist die potentielle Gefahr einfach zu groß.

Der Mac als Virenschleuder

Im Tal der Seeligen könnte sich der Mac-Anwender fühlen, durch die Immunität gegen PC-Viren ist ein Mac aber andererseits eine potentielle Gefahr. Schließlich könnten auf der Festplatte so manches Macs jahrelang PC-Viren schlummern. Macs sind zwar immun gegen viele Viren, können sie aber problemlos übertragen - das unwissentliche Weiterleiten einer infizierten E-Mail genügt. So soll es Macianer gegeben haben, die mit der Bitte "Krieg ich mit meinem Mac nicht auf. Kannst Du das mal an deinem PC probieren?" die Dosen ihrer Bekannten mit Viren verseucht haben. Vor allem bei der beruflichen Nutzung des Macs sollte man einen Virenscanner wie Norton Antivirus oder Sophos in Erwägung ziehen - die neueren Versionen können laut Hersteller nämlich auch PC-Viren erkennen. E-Mails oder Präsentations-CDs die beim Kunden einen Viren-Alarm auslösen machen schließlich keinen guten Eindruck.

Hauptschutz des Mac-Anwenders bleibt neben dem sichereren System die geringe Verbreitung des Systems. Ein Hacker oder Virenautor wünscht Aufmerksamkeit. Größte Beachtung erzielt man bei Viren, die das weit verbreitete Outlook-Express zum Ziel haben. Schnell hat man so Millionen an Rechnern infiziert. Wählt man dagegen als Angriffsziel Apples Programm Mail, erreicht man höchstens ein paar hundert User, die sich vermutlich sehr schnell zu Wort melden würden. In einer kleinen Community sprechen sich solche Sensationen schließlich sehr schnell herum, was sowohl die Schadensbegrenzung als auch die Täterfindung erleichtert. Der erste erfolgreiche Mac-Virenautor kann nämlich nicht nur viel Publicity erwarten, sondern hat auch die Gewissheit erwischt zu werden.

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