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Youtubes Urheberschutz funktioniert auch ohne Artikel 13 nicht

07.04.2020 | 09:46 Uhr | Peter Müller

Verstöße gegen das Urheberrecht sollte man gewiss ahnden, Youtube macht es sich aber viel zu leicht.

Sicher, Urheber benötigen Schutz für ihr geistiges Eigentum, doch Youtube scheint es sich zu leicht zu machen mit dem Verfolgen von Plagiaten. Dieser Tage hat es den Macworld-Kolumnisten und Betreibers der Site SixColors , Jason Snell, getroffen, der auf seinem Youtube-Kanal zwar ein Video hostete, dessen Urheber er nicht wahr, das er aber dort verbreiten durfte, weil es genau zu diesem Zweck jemand aufgenommen hatte: Nämlich Apple, das seinen Software-Chef Craig Federighi das neue Magic Keyboard mit Trackpad für das iPad Pro vorführte – auch wir hatten diesen Film in einige unserer Artikel eingebunden, wo er nun nicht mehr zu sehen ist .

Artikel 13: EU-Urheberrecht – ein Jahr danach

Youtube reagierte ohne zu Zögern und wohl auch ohne Nachzudenken auf eine Urheberrechtsbeschwerde, die der Youtuber Nicolò Tanas gegen Snell und andere erhob und löschte das Video. Tanas ist nicht irgendwer, sondern in Youtube-Maßstäben überhaupt niemand, sein Kanal hat nur einen Abonnenten. Von Snell nach den Hintergründen der Aktion angesprochen, antwortete Tanas, ihm sei das Gleiche widerfahren: Als er das Video hochgeladen hatte, wurde es urheberrechtlich beanstandet, insgesamt fünf Mal sei ihm das Video gelöscht worden. So habe er sich nun entschlossen, alle andren Kanäle, die "Hairforce One" bei der Vorführung des Trackpads zeigen zu melden und zu sehen, was passiert. Man kann sagen: Ziel erreicht. Und damit die Erkenntnis, dass Youtubes "Uploadfilter" offenbar höchst willkürlich, aber sehr schnell handelt.

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