2601103

Youtuber schickt Airtag an Tim Cook – und bekommt es zurück

26.07.2021 | 16:10 Uhr | Peter Müller

Interessantes Experiment: Kann man mit Airtags Pakete besser verfolgen als mit dem Tracking von DHL? Und antworten Prominente auf außergewöhnliche Fanpost?

Der in Düsseldorf lebende Youtuber Megalag wollte wissen, was passiert, wenn man Airtags an einige unmögliche Adressen schickt. Dazu adressierte er drei Airtags an Elon Musk an seiner Adresse bei Space X, an Tim Cook im Apple Park zu Cupertino und an die deutsche Botschaft in Pjöngjang, Nordkorea. Anbei war jeweils ein kurzer Begleitbrief, der das Experiment erklärte und um Rücksendung bat. Eines der Airtags kam auch tatsächlich nach gut zwei Monaten zurück.

Um es kurz zu machen: Das war aber nicht das aus Nordkorea, denn das kam nie an. Auch hatten Elon Musk und Space X offenbar keine Muße, das Paket in die Post zu geben, stattdessen landete das Airtag auf dem Recyclinghof. Nur bei Apple machte man den Spaß mit, ein von einem Michael aus Tim Cooks Büro unterzeichneter Brief wünschte dem Youtuber weiterhin viel Spaß mit der Technologie, die Apple mit den Airtags bereitstellt.

Pjöngjang schottet sich weiter ab

Für den Nordkorea-Teil seines Experiments musste Megalag zwei Pakete auf den Weg bringen, eines war über Wochen am Flughafen Frankfurt hängen geblieben und erst nach einer Anfrage des Versenders weiter geschickt worden – nach Peking, wie man mit den Airtags feststellen konnte. Das zweite Paket landete zunächst in Südkorea – zumindest laut Auskunft der DHL, denn in Südkorea ist der Einsatz des "Wo ist?"-Netzes nicht möglich – wohl aus gesetzlichen Gründen. Später tauchte auch dieses zweite Airtag, dass der Youtuber an eine nordkoreanische Filmfirma adressiert hatte, in Peking auf. Warum es von dort aus nicht weiterging, erklärte die nordkoreanische Niederlassung von DHL binnen eines Tages auf eine Mailanfrage hin mit: Alle Post muss über China in das Land, aufgrund von Covid-19 seien internationale Flüge aber derzeit ausgesetzt. Eine Information, die DHL an sich auch schon beim Versand hätte geben können.

Insgesamt wusste der Youtuber besser über den Aufenthaltsort seiner Pakete Bescheid als die Logistik des Versenders, die etwa die Übergabe an die Post des Ziellandes USA schon vermeldete, während die an Apple und Space X geschickten Airtags noch in Frankfurt lagen. Auch zwischendrin konnte Megalag Informationen erhaschen: Das für Tim Cook bestimmte Airtag meldete sich aus der Wüste von Nevada, respektive beim Überflug. Offenbar hatte das Airtag an Bord Verbindung mit einem iPhone aufgenommen, das kurz mit dem Internet verbunden war. Ähnliches passierte auch beim Frachtflug in Richtung Südkorea: Das an die deutsche Botschaft in Nordkorea adressierte Airtag meldete sich aus 2000 Metern Höhe über Leipzig. Einer der Piloten hatte da wohl noch sein iPhone an und mit dem Internet verbunden.

Tesla humorlos, Apple kooperativer

Etwas weniger spektakulär verlief die Reise nach Kalifornien zu Space X, nach etwa Wochen war das Paket dort angekommen, verweilte gute zwei Wochen dort und ging dann offenbar in den Müll, respektive auf den Recyclinghof in der Nähe. Tim Cooks Büro, das wohl nicht weniger Fanpost erhält als das von Elon Musk, reagierte etwas freundlicher – und schickte das Airtag samt eines kurzen Begleitbriefes zurück.

Ein weiteres Airtag hätte Megalag gerne an das Weiße Haus geschickt, davon riet ihm ein US-Anwalt aber ab: Ein Paket mit einem Airtag als Inhalt hätte man unter Umständen für eine Gefährdung der Sicherheit gehalten. Prinzipiell sei aber der Einsatz von Airtags in Pakete und Briefen rechtlich unproblematisch, da man keine konkreten Personen verfolgt.

Macwelt Marktplatz

2601103