2452520

Zao: Chinesische Deepfake-App sorgt für Aufschrei

02.09.2019 | 15:27 Uhr | Denise Bergert

Die chinesische Deepfake-App Zao projiziert Gesichter von Fotos mit einer KI in TV-Serien und Filme.

In China sorgte am vergangenen Wochenende eine neue Deepfake-App für Aufsehen . Die Applikation hört auf den Namen Zao und ist kostenlos im chinesischen App Store für Apples iOS verfügbar. Innerhalb weniger Stunden wurde Zao viral und besetzt mittlerweile den Spitzenplatz der beliebtesten iOS-Gratis-Apps in China.

Zao projiziert das Gesicht seiner Nutzer in bewegte Szenen aus bekannten TV-Serien und Filmen – darunter "Game of Thrones" oder "Titanic". Als Basis dafür nutzt die App entweder ein zuvor erstelltes und hochgeladenes Foto oder einen Foto-Walkthrough, in dem sich Nutzer aus unterschiedlichen Winkeln fotografieren müssen, um ein möglichst realistisches Ergebnis zu erzielen. Wie gut Zao funktioniert, zeigt unter anderem der Twitter-Nutzer Allan Xia in einem Zusammenschnitt aus unterschiedlichen Filmszenen mit Leonardo DiCaprio. Alle Clips wurden laut Xia von Zao in weniger als acht Sekunden generiert. Nutzer können in der App jedoch keine beliebigen Filme und Serien bestimmen, in denen ihr Gesicht auftauchen soll, Zao stellt lediglich eine vorgefertigte Auswahl zur Verfügung.

So verblüffend die Deepfake-Bewegtbilder von Zao auch sein mögen, so laut waren Bedenken um die Privatsphäre der Nutzer am vergangenen Wochenende. Innerhalb weniger Stunden wurde der Kommentarbereich unter dem App-Download mit Negativ-Kritik und wütenden Beiträgen gefüllt. Grund dafür sind die Nutzungsrichtlinien von Zao, in denen sich der chinesische Entwickler Momo – ein Unternehmen, dem unter anderem eine Dating- und eine Live-Streaming-Plattform gehören – bedenkliche Freiheiten einräumt. So behielt sich die Firma sämtliche Rechte an den von Nutzern generierten Inhalten vor. Aufgrund des Aufschreis hat Momo nun mittlerweile eingeräumt, dass Inhalte nicht ohne das Einverständnis der Nutzer verwendet werden und die von der App generierten Videos auch nicht mehr auf den Firmen-Servern gespeichert werden.

DeepNude: Nacktscanner-App macht dicht wegen Erfolgs

Macwelt Marktplatz

2452520